Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2016

01:58 Uhr

iPhone SE und iWatch

Apple senkt die Preise

Ein kleineres iPhone und ein hochgerüstetes iPad waren erwartet worden. Aber beim Preis des iPhone SE ging Apple tiefer als bisher bei älteren Einstiegsmodellen – und machte auch gleich seine Computer-Uhr billiger.

Apple-Keynote

iPhone SE: Klein, aber oho

Apple-Keynote: iPhone SE: Klein, aber oho

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Cupertino Apple weicht im Smartphone-Geschäft seine langjährige Hochpreis-Strategie auf und führt erstmals ein neues kleineres iPhone mit aktueller Technik ein. Das iPhone SE sieht äußerlich aus wie das iPhone 5 – enthält aber diverse Technologien der aktuellen größeren Modelle der 6er-Serie wie den schnelleren Prozessor, eine 12-Megapixel-Kamera und einen NFC-Chip unter anderem für mobile Bezahlsysteme wie Apple Pay.

Den Preis setzte Apple bei soviel frischer Technik für seine Verhältnisse niedrig an: ab 489 Euro in Europa und ab 399 Dollar in den USA. Zuletzt wurde hierzulande das iPhone 5s aus dem Jahr 2013 als Einstiegsgerät für gut 500 Euro verkauft, die Preise für das iPhone 6 fangen in Deutschland bei 634,95 Euro an.

Telekom-Analyst Benedict Evans vom Internet-Investor Andreessen Horowitz vergleich die Situation mit dem Automarkt: Apple habe bisher als Einsteiger-Modell sozusagen einen älteren BMW der 5er-Reihe einfach günstiger verkauft - und habe jetzt für den Preisbereich eine 3er-Reihe eingeführt.

Der Konzern hielt sich konsequent aus dem Marktsegment der günstigen Smartphones heraus, obwohl Analysten schon vor Jahren dazu gedrängt hatten. Dadurch ist der Marktanteil niedriger als er sein könnte – aber die Strategie sichert Apple die hohen Milliardengewinne.

Zuletzt hatte sich aber das Wachstum der iPhone-Verkäufe verlangsamt, für das laufende Quartal wird der erste Absatzrückgang seit dem Start 2007 erwartet. Mit dem Preis des iPhone SE mit 4-Zoll-Display greift Apple die Konkurrenz nun etwas schärfer an. Ihm fehlen aber einige Funktionen der größeren Modelle, wie etwa „3D-Touch“, das bei stärkerem Druck auf das Display zusätzliche Inhalte wie bei einem rechten Mausklick anzeigt.

Die Gerüchte ums neue iPhone

iPhone, iPad Pro und Watch-Zubehör

Welche Produkte Apple voraussichtlich vorstellen wird, ist bereits durchgesickert: das iPhone SE mit Vier-Zoll-Bildschirm, ein iPad Pro mit 9,7-Zoll-Bildschirm und neue Armbänder für die Watch. Das Augenmerk liegt auf dem Smartphone.

Ähnlichkeiten mit dem iPhone 5s

Das iPhone SE dürfte einige Ähnlichkeiten mit dem Modell 5s haben. So hat der Bildschirm das handliche Vier-Zoll-Format, zudem hat das Gehäuse ebenfalls ein relativ eckiges Design. Das Gerät ist vermutlich auch in gold und rosa erhältlich.

Neue Prozessoren für Siri

Im Inneren arbeitet aktuelle Hardware: Es kommen die gleichen Prozessoren wie im iPhone 6s zum Einsatz, die auch die „Hey Siri“-Funktion ermöglichen - mit einem Kommando lässt sich die Sprachsteuerung aktivieren.

Verbesserte Kamera mit Live-Fotos

Auch die Kamera des iPhone SE soll deutlich besser sein als die des 5s. Sie ermöglicht Live-Fotos mit kurzen Animationen. Ob die Auflösung acht oder zwölf Megapixel beträgt, können die Apple-Auguren bislang nicht zuverlässig sagen.

Kein 3D Touch

Die 6s-Modelle des iPhone verfügen über Bildschirme, die unterschiedliche starke Eingaben registrieren können. Mit einem festen Druck öffnet sich beispielsweise ein Kontextmenü. Das neue Modell SE soll diese 3D Touch genannte Funktion jedoch nicht haben.

Günstiger aber nicht billig

Wie viel kostet das iPhone SE? Die Spekulationen reichen von 450 bis 550 Dollar – die Euro-Beträge werden vermutlich ähnlich ausfallen. Allerdings hat der Konzern in der Vergangenheit bereits häufiger mit seinen hohen Preisen überrascht.

Analystin Carolina Milanesi vom Marktforscher Kantar meinte, das SE erleichtere Menschen mit einfachen Handys den Sprung zum iPhone ebenso wie Nutzern von Smartphones mit dem Google-System Android. Zuvor prognostizierten Experten, der Markt für ein 4-Zoll-iPhone liege bei rund 15 Millionen Geräten pro Jahr.

Außerdem wurde am Montag – wie ebenfalls erwartet – eine neue Version des iPad-Tablets im Standard-Format mit der Technik des größeren iPad Pro vorgestellt. Dazu gehört die Unterstützung des neuen Apple-Stifts sowie ein Display, das die Farbtemperatur an das Umgebungslicht anpasst.

Die günstigste Version dieses kleineren iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display und 32 Gigabyte Speicher wird deutlich teurer als beim aktuellen iPad Air 2: ab 689 Euro in Europa und ab 599 Dollar in den USA. Beim iPad schwächeln die Verkäufe schon seit rund zwei Jahren – und das zieht auch den gesamten Markt nach unten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×