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23.02.2016

07:59 Uhr

iPhone-Streit mit Apple

Bill Gates stellt sich auf Seite des FBI

Im Streit um das Entsperren eines iPhones springen viele Tech-Größen Apple bei. Microsoft-Gründer Bill Gates sieht das allerdings anders: Der Milliardär glaubt nicht, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen wird.

Der Microsoft-Gründer hält das Entsperren des iPhones des Attentäters von San Bernardino für gerechtfertigt. AP

Bill Gates

Der Microsoft-Gründer hält das Entsperren des iPhones des Attentäters von San Bernardino für gerechtfertigt.

Seattle/New YorkMicrosoft-Gründer Bill Gates steht im Streit zwischen Apple und der US-Regierung anders als viele seiner Kollegen aus der Tech-Branche auf der Seite des FBI. Er sehe darin keinen Präzedenzfall, der in Zukunft die Privatsphäre gefährden würde, betonte Gates in einem Interview mit der „Financial Times“ von Dienstag.

„Das ist ein konkreter Fall, in dem die Regierung nach Zugang zu Informationen fragt“, sagte Gates. Sie verlange keinen allgemeinen Zugriff. Die Situation sei nicht anders als bei einer Telekom-Firma oder einer Bank. „Sagen wir mal, die Bank hätte ein Band um die Festplatte gewickelt und gesagt, zwingt mich nicht, dieses Band durchzuschneiden, weil ihr mich dann dazu bringt, es immer wieder zu tun“, argumentierte der 60-Jährige.

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Apple macht ernst und heuert im Kampf gegen das FBI einen der berühmtesten Anwälte Amerikas an. Die Fronten sind verhärtet, es kommt zum Showdown vor Gericht. Morgen sind landesweite Proteste vor Apple-Stores geplant.

Apple weigert sich, der US-Bundespolizei FBI die geforderte technische Hilfe beim Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu leisten. Konzernchef Tim Cook erklärt, dafür müsste erstmals eine Software geschrieben werden, die es möglich macht, den Passwort-Schutz auszuhebeln. Die US-Behörden betonen zwar, das Programm solle nur auf dem einen Gerät laufen können und könne danach auch gelöscht werden. Apple befürchtet jedoch, dass daraus ein Präzedenzfall wird, und dass die Software in falsche Hände geraten könnte.

Es ist ein politisch heikler Fall: Das iPhone wurde von Syed Rizwan Farook genutzt, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschoss. Die Chefs von Facebook, Twitter oder WhatsApp stellten sich dennoch hinter Apple. Auch Microsoft unterstützte über eine Industriegruppe die Position des iPhone-Konzerns. Gates ist bei dem von ihm mitgegründeten Windows-Riesen nicht mehr ins operative Geschäft involviert.

Das US-Justizministerium erwägt einem Zeitungsbericht zufolge auch in anderen Fällen, Apple per Gericht zum Entsperren sichergestellter iPhones zu zwingen. Es gehe um etwa ein Dutzend weiterer Fälle, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider. Die Ermittler hätten iPhones sichergestellt, könnten die auf den Geräten gespeicherten Daten aber wegen der Sicherheitseinstellungen nicht auswerten.

Details der Fälle seien noch nicht bekannt, es handle sich vermutlich nicht um Ermittlungen im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen, hieß es weiter. Die sichergestellten iPhones seien zudem zumeist älter, und deswegen seien die Sicherheitseinstellungen nicht so ausgereift wie bei dem Mobiltelefon, das bei einem der Attentäter von San Bernardino gefunden worden sei, berichtete die Zeitung. Apple und das Ministerium waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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