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12.01.2007

10:37 Uhr

iPod fürs Heimkino

Apple kurbelt Geschäft mit Filmen aus dem Internet an

VonS. Louven und H.-P. Siebenhaar

Die deutschen Telekom- und Fernsehkonzerne begrüßen den Vorstoß von Apple in das Fernsehgeschäft. Sie hoffen auf einen Aufschwung bei Filmen auf Abruf (Video on Demand) durch das neue, interaktive Apple TV.

DÜSSELDORF. „Alle neuen Angebote zum digitalen Vertrieb von Filmen beflügeln den noch sehr jungen Markt“, sagt eine Sprecher des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1. „Es wird dem gesamten Markt gut tun, wenn ein namhafter Player wie Apple ins Geschäft kommt, weil er die Aufmerksamkeit für das Thema Video on Demand erhöht“, sagte auch ein Sprecher der Deutschen Telekom. Der Ex-Monopolist hat das bereits im Bereich Musik gespürt: Sein Download-Dienst Musicload habe nach dem Marktstart des iPod und der dazugehörigen Website iTunes mehr Zugriffe verzeichnet als vorher.

Apple hatte vor wenigen Tagen angekündigt, Apple TV – eine Art iPod für das Heimkino – auf den Markt zu bringen. Das neue Angebot besteht aus einer 20 mal 20 Zentimeter großen Box, die mit jedem Fernseher kompatibel sein soll. Durch eine drahtlose Verbindung zum Computer können Filme und Musik über den konzerneigenen Online-Shop iTunes heruntergeladen werden. Das offenbar leicht zu bedienende System soll Video on Demand weltweit zum Durchbruch verhelfen. Das neue Apple-Gerät wird 299 Euro kosten.

Die deutschen Telekommunikationsanbieter freuen sich auf das neue Gerät von Apple. Sowohl die Deutsche Telekom als auch die Telecom-Italia-Tochter Hansenet hoffen, dass der US-Konzern eine stärkere Nachfrage für Video-on-Demand-Anwendungen kreiert. Angst, dass die Kunden sich scharenweise für Apple TV anstelle der Telekom-Lösung für Fernsehen und Video entscheiden, hat das Unternehmen nicht. Spätestens 2010, wenn das TV-Signal digital werde, brauche ohnehin jeder Haushalt ein Empfangsgerät, um das Signal auf den Fernseher zu übertragen. Der Vorteil der Telekom besteht darin, dass sie immer noch einen Telefonanschluss in die Mehrzahl der Haushalte liefere. „Die Leute wollen zunehmend alle Dienste aus einer Hand haben“, versichert der Telekom-Sprecher. „Deshalb werden sie auch für die Fernseh-Variante zu uns kommen.“

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