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26.05.2012

10:01 Uhr

IPOs

Facebook-Fiasko schreckt weitere Börsenkandidaten

Das Chaos um den Facebook-Börsengang schreckt offenbar weitere Börsenaspiranten ab. Neben US-Firmen überdenkt nun auch die Formel 1 ihre geplante Notierung in Asien, aus Angst vor einer deutlich niedrigeren Bewertung.

Hat für heftige Turbulenzen gesorgt: Facebooks Börsengang AFP

Hat für heftige Turbulenzen gesorgt: Facebooks Börsengang

New YorkNach dem turbulenten Handelsstart von Facebook haben weitere US-Firmen ihren Gang an die Märkte vorerst auf Eis gelegt. Corsair Components, ein Hersteller von PC-Hardware-Komponenten, verschob seine 78 Millionen Dollar schwere Erstemission. Auch der Produzent von Haarentfernungs-Lasern, Tria Beauty, der mit seinem IPO 64 Millionen Dollar erlösen wollte, wartet nun erst einmal ab. Nach dem Debakel bei Facebook an der Nasdaq überdachte auch der Rennsportveranstalter Formel 1 seine geplante Notierung in Asien. Seit dem von technischen Pannen begleiteten Börsengang von Facebook am vergangenen Freitag sind die Aktien des Online-Treffpunkts auf Talfahrt.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die jüngsten Kursturbulenzen im Zuge der Eurokrise und die Probleme bei Facebooks Börsengang ein ungünstiges Umfeld für neue Emissionen geschaffen haben. „Der Flopp von Facebook sollte die Investoren eine lange Weile vom IPO-Markt fernhalten“, sagte Lee Simmons vom Wirtschaftsauskunftsdienst Dun & Bradstreet. Das Geschäft mit Erstemissionen verlief in diesem Jahr bislang sehr mau. Im zweiten Quartal haben bislang nur 18 US-Unternehmen einen Antrag auf Börsennotierung gestellt. Das ist ein Rückgang von 74 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

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Unternehmen mit Börsenplänen müssen sich nach dem Facebook-Fiasko Experten zufolge auch auf deutlich niedrigere Bewertungen einstellen. „Eine Firma, die eine Preisspanne von 18 bis 24 Dollar angestrebt hat, muss sich nun unter Umständen mit 14 bis 15 Dollar zufrieden geben“, sagte David Menlow von IPO Financial.com.

Börsenkandidaten müssten sich künftig wohl auch einer strengeren Prüfung unterziehen. „Sowohl Konsortialführer als auch Investoren werden Neulinge sehr genau unter die Lupe nehmen“, sagte Dan Bradley, Professor an der University of South Florida College of Business. „Nach dem ganzen Hype mit Facebook müssen wir noch einige Lektionen lernen“, ergänzte er.

Gleich mehrere Aufsichtsbehörden und der Bankenausschuss des Senats untersuchen die Vorgänge rund um den Facebook-IPO. Neuaktionäre haben dabei rund drei Milliarden Dollar verloren. Enttäuschte Investoren reichten deswegen Klagen ein. Diese richten sich auch gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg und den Börsengang begleitende Banken wie Konsortialführer Morgan Stanley, Goldman Sachs, JP Morgan und die Bank of America. Facebook bestritt jegliches Fehlverhalten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.05.2012, 16:40 Uhr

Welches Fiasko?
Zuckerberg hat für die Anteile an seinem Laden einen optimalen Preis bekommen. Das war das Ziel. Er muß ja erst mal keine Aktien mehr verkaufen. Ob Andere jetzt beim Handeln mit dessen Aktien Geld verdienen oder verlieren ist doch erst einmal egal. In der Firma kommt davon sowieso nichts an. Dass einen Firma sich an der Börse mit Kapital ausstattet ist in den meisten fällen sowieso erfunden.

Das Telekom-Geschäft, deren Aktie sich nie vom Niedergang nach dem Börsengang erholt hat, ist vom Aktienkurs völlig unabhängig. Statt an Quartalsberichten könnte man sich an der Börse genauso gut an Hunderennen orientieren. Die Auswirkungen auf Geschäft und Rendite wären die gleichen.

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