Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

13:26 Uhr

IS und Telegram

Der Messaging-Dienst sperrt Terror-Kanäle

VonMiriam Schröder

Der Messaging-Dienst Telegram wirbt mit verschlüsselter Kommunikation. Dieses Angebot hat sich auch die Terror-Organisation IS zunutze gemacht. Das Berliner Start-up hat nun 78 Propaganda-Kanäle geschlossen.

Der Messaging-Dienst Telegram hat Propaganda-Kanäle geschlossen. Reuters

App sperrt sich gegen Dschihadisten

Der Messaging-Dienst Telegram hat Propaganda-Kanäle geschlossen.

BerlinDer Aufschrei in der westlichen Welt war groß, als Facebook im Februar 2014 den beliebten Messaging-Dienst Whatsapp übernahm. Facebook, so der Vorwurf der freiheitsliebenden, digitalen Elite, sauge die Daten seiner Nutzer nicht nur zu kommerziellen Zwecken ab. Das soziale Netzwerk schütze sie auch nicht vor dem Mitlesen durch die Geheimdienste.

Wer ein Zeichen setzen wollte gegen den Überwachungsstaat und seine privaten Helfer, der wechselte zu Alternativ-Diensten wie etwa Telegram. In weniger als zwei Jahren gewann das Berliner Start-up nach eigenen Angaben rund 60 Millionen Nutzer, die täglich zwölf Milliarden Nachrichten versenden.

Telegram, gegründet von den russischen Brüdern Pawel und Nikolaj Durow, verspricht seinen Kunden ähnlich wie der Schweizer Konkurrent Threema – wie inzwischen auch Whatsapp – eine überaus schnelle und verschlüsselte Kommunikation. Seit September gibt es zudem auch öffentliche Kanäle, über die man Botschaften an quasi jedermann verbreiten kann. Die scheinbar grenzenlose Freiheit lockt aber offenbar auch weniger freiheitsliebende Geister an: Wie Telegram gestern Abend bekanntgab, hat die Terror-Miliz IS, die sich zu den Anschlägen vom 13. November in Paris bekennt, 78 solcher Kanäle in zwölf Sprachen zu Propaganda-Zwecken genutzt. Telegram habe diese Kanäle jetzt geschlossen.

Nicht bekannt ist, ob die Terroristen auch die verschlüsselten Wege von Telegram zur Absprache untereinander nutzen. Die Internet-Analysefirma Flashpoint hatte den Dienst kurz nach den Anschlägen in Paris, bei denen bislang 129 Menschen starben, als wichtiges Kommunikationsmittel des IS bezeichnet. Man werde keine privaten Nachrichten blockieren, teilte das Start-up mit

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×