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24.03.2013

11:42 Uhr

Israels Vize-Zentralbankchefin

„Bei Forschung und Entwicklung stehen wir an der Spitze“

VonJohannes C. Bockenheimer

Israels Vize-Chefin der Zentralbank, Karnit Flug, spricht im Interview über den Start-up-Boom im Heiligen Land und erklärt, warum das Land sich während der Finanzkrise wacker geschlagen hat.

Israels Vizezentralbankchefin Karnit Flug.

Israels Vizezentralbankchefin Karnit Flug.

Tel AvivIsrael beheimatet im internationalen Pro-Kopf-Vergleich so viele Start-up-Unternehmen wie kein anderes Land dieser Welt, was ist ihr Erfolgsrezept?
Karnit Flug: Die wirtschaftliche Infrastruktur  war für den Gründerboom bestens beschaffen. Sie wird in Israel vor allem von zwei Charakteristika geprägt: Einerseits verfügen wir über einen Arbeitsmarkt mit vielen hochqualifizierten Arbeitskräften. Andererseits investieren wir stark in Forschung und Entwicklung – im Vergleich mit den anderen OECD-Ländern stehen wir da übrigens an der Spitze. Gemessen am BIP betrugen die Investitionen in diesen Sektor 2012 rund 4,5 Prozent. Hinzukommt aber sicherlich auch, dass in diesem Land einfach ein besonders innovativer Geist herrscht.

Welche Rolle spielte der Staat bei der Förderung der Start-up-Szene?
Zu Beginn der 90er-Jahre unterstützte die Regierung den Start-up-Sektor vor allem mit der Bereitstellung von Wagniskapital, das essentiell zur Gründungsfinanzierung war. Mehrere Risikokapitalfonds wurden zu diesem Zweck aufgelegt. Darüber hinaus wurden in den wichtigsten akademischen Institutionen Büros eröffnet, die den Technologie-Transfer erleichtert haben. Diese Einrichtungen spielten und spielen auch heute noch eine wichtige Rolle, um die Ergebnisse der akademischen Forschung zu kommerzialisieren und sie letztendlich zur Marktreife zu führen. Zusätzlich hat die Regierung in der Vergangenheit immer wieder auch privatwirtschaftliche Projekte in der Forschung und Entwicklung finanziell unterstützt.

Start-up-Boom: „Es gibt in Israel Reinigungskräfte mit Doktortitel“

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Das Land bringt viele junge Technologiefirmen hervor.

An die Stelle des Staates sind mittlerweile ganze Scharen von privaten Risikokapitalgebern getreten. Was macht ihr Land so attraktiv für Investoren?
Der wichtigste Faktor war wohl, dass wir seit 1987 den Kapitalmarkt kontinuierlich liberalisiert und Investitionsbarrieren abgebaut haben. Zusätzlich haben wir ein Marktumfeld geschaffen, in dem Investoren eine hohe rechtliche Sicherheit genießen und sich somit nicht um den Verbleib ihres eingesetzten Kapitals sorgen müssen. Selbst die Weltbank attestiert uns mittlerweile, in diesem Bereich extrem erfolgreich gehandelt zu haben.

An den Märkten mehrten sich zuletzt allerdings die Zweifel, wie lange Israel den Start-up-Boom noch fortsetzen könne ...

Wir stehen in der Tat jetzt vor der Herausforderung, die Start-up-Unternehmen in die nächste Phase zu begleiten und in mittlere bis größere Unternehmen zu transformieren. Es wird sich erst noch zeigen, ob die Besonderheiten Israels, die in der Start-up-Phase ein Wettbewerbsvorteil für uns darstellten, auch die richtigen sind, um größere Unternehmen aufzubauen.

Kommentare (1)

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observer

24.03.2013, 13:45 Uhr

Sorry, nichts ist verzerrter, als wirtschaftliche Daten aus Israel
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S.P.O.N. - Im Zweifel links: Die deutsche Atom-Lüge

Eine Kolumne von Jakob Augstein

Jetzt ist es raus: Der SPIEGEL hat enthüllt, dass Deutschland an der atomaren Aufrüstung im Nahen Osten eine Mitschuld trägt. Das ist ein gutes Geschäft, aber schlechte Politik - denn sie gefährdet die Sicherheit der gesamten Region.

Im Jahr 2002 hat Gerhard Schröder gesagt: "Israel bekommt das, was es für die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit braucht." Das war falsch. Richtig muss es lauten: Israel bekommt das, was es will. Und dafür muss Israel nicht einmal zahlen.

SPIEGEL-Recherchen haben einen Verdacht erhärtet, den es lange gab: Die Israelis rüsten U-Boote, die ihnen die Deutschen gebaut und zum Teil auch finanziert haben, nuklear auf. Damit trägt Deutschland Mitschuld an der Aufrüstung im Nahen Osten. Günter Grass lag eben doch richtig, als er vor Wochen vor der nuklearen Bedrohung warnte, die von Israel für den Nahen Osten ausgehe. Den ganzen Umfang der deutschen Beteiligung an dieser Bedrohung kannte Grass noch gar nicht.

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(+) der Spiegel
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