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18.07.2013

10:52 Uhr

IT-Dienstleister

IBM verzeichnet leichten Umsatzrückgang

IBM hat sich über die Jahre immer wieder neu erfunden. Nun scheint es an der Zeit für einen erneuten Wandel, denn das verbliebene Hardware-Geschäft lahmt. Konzernchefin Ginni Rometty bleibt aber zuversichtlich.

Will sich stärker um die leistungsschwachen Geschäftsfelder von IBM kümmern: Virginia „Ginni“ Rometty, Chefin des US-amerikanischen IT-Konzerns. Reuters, Sascha Rheker

Will sich stärker um die leistungsschwachen Geschäftsfelder von IBM kümmern: Virginia „Ginni“ Rometty, Chefin des US-amerikanischen IT-Konzerns.

ArmonkDer IT-Dienstleister IBM hebt sich positiv vom Rest der schwächelnden Technologiebranche ab. Dank Einsparungen und gut laufender Softwareprodukte erhöhte der US-Konzern in der Nacht zu Donnerstag seine Jahresziele. Trotz Schwierigkeiten in China und Australien, die auch Wettbewerbern wie SAP zuletzt auf den Magen schlugen, stieg der Gewinn im zweiten Quartal um drei Prozent. Vor allem Lateinamerika, der Nahe Osten und Afrika hätten sich gut entwickelt, sagte IBM-Finanzchef Mark Loughridge. "Für die zweite Jahreshälfte haben wir sehr, sehr deutlichen Rückenwind." Der Auftragsbestand im Bereich Dienstleistungen sei so stark wie seit vier Jahren nicht mehr. Anleger honorierten die Entwicklung und bescherten der Aktie nachbörslich leichte Gewinne.

Der früher ausschließlich als Computer-Hersteller agierende Konzern International Business Machines (IBM) konzentriert sich angesichts des rückläufigen PC-Absatzes heute vor allem auf Software und IT-Dienstleistungen. IBM reagierte schneller als die Konkurrenz auf den Wandel und profitiert nun davon. Die rückläufigen PC-Verkäufe machten jüngst auch dem US-Chipkonzern Intel zu schaffen.

"Aus allgemeiner Technologie-Perspektive wird Software auch 2013 zu den stärksten Segmenten gehören", sagte Analyst Andrew Bartels von Forrester Research. Wohl auch deswegen will sich IBM von seiner Server-Sparte verabschieden. Zwar wurden die Gespräche nie offiziell bestätigt, doch sollen IBM und Lenovo bereits in Verhandlungen gewesen sein. Ohne genauer auf den Geschäftsbereich einzugehen, kündigte ein IBM-Sprecher nun an, dass es wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr zu einer "großen Trennung" kommen werde. Analyst Brian Marshall begrüßte aber die Bemühungen, das Server-Geschäft abzustoßen. Es sei die vielleicht letzte Möglichkeit, die Rendite zu optimieren. Der Bereich könne für zwei bis drei Milliarden Dollar verkauft werden.

Die Kosten für den Stellenabbau herausgerechnet erwartet IBM im Gesamtjahr nun einen Gewinn je Aktie von 16,90 Dollar. Bisher war der weltgrößte Technologie-Dienstleister noch von 16,70 Dollar ausgegangen. Für das zweite Vierteljahr gab das Unternehmen einen leicht gestiegenen Gewinn von 4,3 Milliarden Dollar bekannt. Dabei unberücksichtigt blieben aber ebenfalls die Kosten für den Konzernumbau von einer Milliarde Dollar.

Schwache Ergebnisse von IBM-Rivalen wie Oracle und Accenture sowie das schwierige erste Quartal hatten unter Experten zuletzt Zweifel an IBM genährt. Diese spiegelten sich am ehesten noch beim Umsatz wieder. Dieser fiel um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar, Experten hatten mit 25,4 Milliarden gerechnet.

Von

rtr

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