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20.12.2013

08:20 Uhr

IT in Krankenhäusern

Telekom baut Gesundheitsparte aus

ExklusivDie Deutsche Telekom kauft den IT-Anbieter Bright One und erhofft sich damit einen Durchbruch im Krankenhausmarkt. Neue digitale Geschäftsmodelle rund um IT-Plattformen versprechen hohe Wachstumsraten.

Die Telekom erhofft sich von der Übernahme des IT-Anbieters Bright One einen Durchbruch als Anbieter vernetzter Lösungen im Gesundheits- speziell im Krankenhaussektor. AFP

Die Telekom erhofft sich von der Übernahme des IT-Anbieters Bright One einen Durchbruch als Anbieter vernetzter Lösungen im Gesundheits- speziell im Krankenhaussektor.

DüsseldorfDie Telekom-Tochter T-Systems steht gerade vor einem tiefgreifenden Umbau – wieder einmal: Das traditionelle Outsourcing-Geschäft mit der Übernahme und dem Management der IT-Systeme großer Geschäftskunden wie Volkswagen oder Shell wirft zu wenig Profit ab und gilt dafür als zu risikoreich.

Bessere Margen und höhere Wachstumsraten versprechen dagegen neue digitale Geschäftsmodelle rund um IT-Plattformen und Dienstleistungen aus der Cloud. Auf diesem Weg macht T-Systems nun einen großen Schritt nach vorn, zumindest in der Sparte vernetztes Gesundheitswesen: Der Bonner Konzern erwirbt von der Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius das Healthcare IT-Geschäft der Bright One, das zuletzt rund 20 Millionen Euro Umsatz erzielte. Rund 200 Mitarbeiter aus Deutschland, den Niederlanden und Indien als Softwarestandort wechseln im Zuge der Übernahme zur Telekom. Die Zustimmung der Kartellbehörden wird bis Ende Januar erwartet. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Von der Neuerwerbung verspricht sich der für die Health-Sparte zuständige Manager Axel Wehmeier einen kräftigen Schub. Da geht es einmal um das Krankenhausinformationssystem (Kis) iMedOne, das Bright One einbringt und mit 200 Krankenhaus-Kunden und über 100.000 Nutzern zu den fünf größten Anbietern in Deutschland neben Firmen wie Agfa und Siemens zählt. Das allein ist schon attraktiv genug. Experten gehen davon aus, dass der Kis-Markt nicht nur  in Deutschland ein Milliardenpotenzial  hat.  Diese Systeme spielen im vernetzten Gesundheitswesen eine zentrale Rolle, können hierüber doch beispielsweise Patientendaten innerhalb und zwischen den Kliniken aber auch mit angeschlossenen Ärzten ausgetauscht werden. 

Unter der neuen Markt Bright One ist seit Mitte dieses Jahres ein Großteil der deutschen und niederländischen Aktivitäten des finnischen Unternehmens Tieto mit rund 110 Millionen Euro Umsatz zusammengefasst. Der größte nordische IT-Service-Konzern hatte sie erst Anfang 2013 im Zuge seiner Konzentration auf Kerngeschäftsfelder an Aurelius verkauft. Bright One ist jenseits der Gesundheitssparte in vielen anderen Branchen mit ITK-Lösungen vertreten.  

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