Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2014

14:34 Uhr

IT-Infrastruktur

Abnehmer für Lufthansa Systems in Sicht

Die Sparte ist meist teuer und für Unternehmen mit anderen Kerngeschäften selten rentabel: IT-Infrastruktur. Auch die Lufthansa will den Systems-Ableger loswerden. Nun scheint es erste ernsthafte Interessenten zu geben.

Auch an so etwas hat Lufthansa Systems in der Vergangenheit mitgearbeitet: Die Tochter lieferte Erkennungssoftware zur Rekonstruktion von zerrissenen Stasiunterlagen. dpa

Auch an so etwas hat Lufthansa Systems in der Vergangenheit mitgearbeitet: Die Tochter lieferte Erkennungssoftware zur Rekonstruktion von zerrissenen Stasiunterlagen.

FrankfurtDie Lufthansa kommt beim Verkauf ihrer IT-Infrastrukturtochter voran. Unter anderem haben Branchenvertreter wie IBM, Atos und Hewlett-Packard Interesse an dem Geschäftsbereich bekundet, wie eine mit der Sache vertraute Person am Dienstag zu Reuters sagte. Auch die Telekom -IT-Tochter T-Systems habe zunächst ein Auge auf den Lufthansa-Ableger geworfen, sich dann aber entschieden, kein Angebot abzugeben. Ein Telekom-Sprecher sagte, dass der Bonner Konzern das Geschäft nicht kaufen wolle. Ein IBM-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Atos und Hewlett-Packard waren zunächst nicht erreichbar. Die Lufthansa nannte keine Bieter: „Wir verhandeln mit mehreren Branchengrößen über eine Übernahme der IT-Infrastruktur“, sagte Finanzchefin Simone Menne der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ lediglich. Das Blatt hatte zuerst über die Interessenten berichtet.

Die Lufthansa hatte Anfang April mitgeteilt, den Infrastruktur-Bereich, der zum konzerneigenen IT-Ableger Lufthansa Systems gehört, wegen der hohen notwendigen Investitionen zum Verkauf zu stellen. Die Sparte betreibt ein Rechenzentrum in Kelsterbach bei Frankfurt und ein Call-Center in Flensburg.

Sparprogramm „Score“: Lufthansa-Sanierung wird weiterlaufen

Sparprogramm „Score“

Lufthansa-Sanierung wird weiterlaufen

Ende 2014 sollte das Lufthansa-Sparprogramm „Score“ auslaufen. Doch der Konzernumbau wird auch nach diesem Datum weitergehen, sagte der scheidende Konzernchef Christoph Franz – und klar sei nur noch der Name.

Die 1400 Mitarbeiter - 1000 davon in Deutschland - erwirtschaften 240 Millionen Euro Umsatz und knapp zehn Millionen Euro Betriebsgewinn. Experten rechnen damit, dass der neue Besitzer einen zweistelligen Millionen-Betrag für das Unternehmen auf den Tisch legen muss. Unverbindliche Gebote sollen der Lufthansa zufolge im Mai eintreffen. Nicht nur die Lufthansa leidet unter dem harten Wettbewerb und niedrigen Margen in der Branche für Unternehmens-IT: Auch die Telekom baut ihre Tochter T-Systems derzeit radikal um und will jeden sechsten Job in Deutschland streichen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×