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19.01.2010

22:40 Uhr

IT-Konzern

IBM hakt die Krise ab

Der IT-Konzern IBM hat das Krisenjahr 2009 dank seines gut laufenden Software-Geschäfts mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Die eigene Gewinnprogognose für das Gesamtjahr konnte der Konzern damit übertreffen. Auch die Gewinnprognose für 2010 erhöhte der weltgrößte IT-Konzern. Die IBM-Papiere gaben nachbörslich dennoch leicht nach.

IBM-Chef Samuel Palmisano: IBM profitiert weiterhin von seiner strategischen Neuausrichtung. Reuters

IBM-Chef Samuel Palmisano: IBM profitiert weiterhin von seiner strategischen Neuausrichtung.

HB ARMONK/NEW YORK. Das gute Abschneiden des IT-Konzerns IBM nährt die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Vor allem dank eines stark laufenden Software- und Service-Geschäfts verdiente der Computerveteran im vierten Quartal 4,8 Mrd. Dollar. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"IBM profitiert weiterhin von seiner strategischen Neuausrichtung", sagte Unternehmenschef Samuel Palmisano am Dienstagabend am Sitz in Armonk (Staat New York).

Der Umsatz ging erstmals seit fünf Quartalen wieder leicht um 0,8 Prozent auf 27,2 Mrd. Dollar nach oben. IBM hat die Wirtschaftskrise damit von Anfang an wesentlich besser weggesteckt als die meisten anderen Unternehmen. Der einst für seine Heimcomputer berühmte Konzern setzt seit langem auf die profitablere Software und auf IT-Dienstleistungen für Unternehmenskunden.

Daneben stellt IBM Firmenrechner her. Über die leistungsstarken Computer aus Armonk läuft ein guter Teil des Internet-Datenverkehrs. Dieses Geschäft hat jedoch die alten Höhen noch nicht wieder erklommen.

Prognose für 2010 erhöht

Der weltgrößte IT-Dienstleister erhöhte seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. IBM erwarte nun ein Ergebnis von mindestens elf Dollar je Aktie, teilte der US-Konzern weiter mit. Zuvor hatte das Unternehmen zehn bis elf Dollar je Anteilsschein in Aussicht gestellt.

Die IBM-Aktien gab trotz der unerwartet guten Zahlen im nachbörslichen Handel leicht nach. Die Papiere hatten allerdings in den vergangenen zwölf Monaten fast 60 Prozent zugelegt.

Gradmesser für die Branche

IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Die Zahlen stützten einmal mehr das Bild, das vor wenigen Tagen der Halbleiter-Primus Intel gezeichnet hatte: Die Unternehmen rund um den Globus investieren nach Monaten der Lähmung wieder in ihre Computerausstattung. Das deuten Experten als Zeichen für eine grundsätzliche Erholung der Wirtschaft.

Im Gesamtjahr konnte IBM seine eigene Gewinnprognose übertreffen und verdiente je Anteilsschein 10,01 Dollar. Trotz der Zahlen fiel die Aktie nachbörslich leicht. Experten schoben das auf die hohen Erwartungen nach den guten Intel-Zahlen in der vergangenen Woche.

IBM-Finanzchef Mark Loughridge kündigte in einer Telefonkonzernz an, dass der Wandel von IBM anhalten werde. "Wir gehen in die Bereiche, die uns den meisten Wert versprechen." Erst Ende vergangenen Jahres hatte IBM die Statistik-Software-Firma Spss übernommen. Der Konzern hat nun unter anderem den deutschen Mittelstand im Visier, der für IT noch vergleichsweise wenig ausgibt. Das Feld hat aber auch die Konkurrenz erkannt wie der Software- Konzern Microsoft.

Gleichzeitig will IBM die eigenen Kosten weiter drücken. Tausende Stellen sind bereits weggefallen. "Das erlaubt uns, auch mit sehr herausfordernden Marktbedingungen umzugehen", sagte Finanzchef Loughridge.

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