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21.04.2011

09:45 Uhr

IT-Riese

Warum Apple nicht Motorola ist

VonAxel Postinett

Ein Smartphone-Hersteller mit angeschlossener Computer-Werkstatt. Anders lässt sich der unglaubliche Erfolg Apples kaum noch beschreiben. Eine Analyse.

Axel Postinett ist Handelsblatt-Korrespondent in San Francisco. Quelle: Pablo Castagnola

Axel Postinett ist Handelsblatt-Korrespondent in San Francisco.

Rund 12,3 Milliarden Dollar und damit schlicht die Hälfte des Umsatzes im zweiten Geschäftsjahresquartals entfällt auf ein Produkt: das iPhone. Umsatz und Stückabsatz liegen um mehr als 100 Prozent über Vorjahr. Ein Produkt als Kerngeschäft, das es Anfang 2007 nur als Prototyp zu sehen gab.

Doch bei aller Begeisterung weckt dieser Sturmlauf auch unangenehme Erinnerungen: einen vergleichbar unerwarteten Erfolg konnte seinerzeit Motorola feiern. Das Razor-Mobiltelefon tauchte 2004 aus dem Nichts auf und in gut zwei Jahren verkaufte sich das schicke Klapphandy in verschiedenen Varianten 50 Millionen mal. Doch schon der Nachfolger Razr2 erzielte 2007, drei Jahre später, nur noch Achtungserfolge. Das Pferd war totgeritten, die vom Erfolg trunkene Motorola-Mobilfunksparte war nicht vorbereitet, taumelte in die Krise.

Wird dieses Schicksal das iPhone 5 oder 6 ereilen und damit Apple bis in die Grundfesten erschüttern? Denkbar. Denn niemand weiß, ob nicht irgendwo auf der Welt gerade ein neuer Steve Jobs heranwächst, mit einer genialen Idee im Kopf, die alles verändert. Aber trotzdem ist es höchst unwahrscheinlich.

Denn Apple hat das, was dem Razr gefehlt hat: eine Plattform. Die zweite, eigentlich unbeachtete Sensation im Quartalbericht ist der iTunes-Store, in dem alle Aktivitäten von Musik- über Videodownload bis zum Appstore zusammengefasst sind. iTunes meldet einen Quartalsumsatz von 1,4 Milliarden Dollar, einen Zuwachs zum Vorjahresquartal von 27 Prozent. Welcher "normale" Einzelhändler weist denn noch solche Raten auf? Obwohl es keine detaillierten Zahlen gibt, ist klar, dass der Appstore, der Online-Softwareladen für iPhone, iPad und iPod Touch, hier beim Wachstum den Ton angibt. Diese kleinen Apps machen den Charme der Apple-i-Plattform aus und sie halten die Käufer bei der Stange. Je länger man dabei ist, je mehr Geld investiert wurde, um so weniger ist man bereit, das alles mit dem nächsten Gerät aufzugeben und noch mal von vorne anzufangen. Datenschutzbedenken? Schlechte Antennenleistung? Alles perlt ab, wenn Kult Bequemlichkeit und Gewohnheit trifft. Microsoft mit seinem Windows Phone 7 lernt diese brutale Lektion gerade und Blackberry ist kurz davor. Das Blackberry-Tablet Playbook hatte gerade in den USA einen völlig glanzlosen Start.

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Die neue Generation von Apples iPhone soll schon im Sommer in die Produktion gehen. Das iPhone 5 könnte dann im September auf den Markt kommen.

Kann also gar nichts Apple stoppen? Kurzfristig nicht. Schon gar nicht, weil die asiatischen Boom-Regionen weit offen sind und China bei Zuwächsen von über 200 Prozent bald der zweitgrößte Einzelmarkt für Apple nach den USA sein dürfte. Da ist Luft für mehr.

Der wahre Test kommt mit dem Tag, an dem Apple das erste iPhone aus der Nach-Steve-Jobs-Ära präsentieren muss. Niemand kann den wirklichen Wert des Kultfaktors Jobs beim Produktkauf abschätzen. Die Kundenbasis des iPhones hat allerdings auf jeden Fall längst jene kleine Gruppe der "Fanboys" hinter sich gelassen, die früher eisern jedes Jobs-Produkt klaglos gekauft und bejubelt haben. Apple hat heute Plattform-Kunden mit Langfristwert. Die Eigendynamik dieser neuen Schwungmasse hilft, jede Übergangsphase zu meistern.

Kommentare (1)

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siman

26.04.2011, 15:48 Uhr

Naja, der Artikel klingt mehr wie eine Apple-Werbebotschaft als ein sauber recherchierter HB-Beitrag. Sicher, die Plattform, die Apple rund um die iPhones, iPads und iPods gebaut hat ist beeindruckend und wird für längerfristigen Erfolg sorgen. Aber wie definiert sich dieser Erfolg in der Zukunft? Ist es wirklicher Erfolg, wenn man zu den bestehenden 300.000 Apps im AppStore noch weitere 50.000 mehr oder weniger sinnlose Apps hinzufügen kann?
Abgesehen davon reagieren Märkte je nach Region ganz unterschiedlich und auch Apple spürt bereits Gegenwind in einigen regionalen Märkten. Ist der Zenith für Apple nicht vllt schon überschritten? Kann Apple noch organisch mit dem iPhone wachsen? Der Smartphone Markt steckt aktuell noch in der Anfangsphase. Der Großteil der Mobilfunkteilnhemer ist smartphonetechnisch noch überhaupt nicht erschlossen und Apple hat unlängst bekannt gegeben, an einer Preisrallye nicht teilnehmen zu wollen. Da iPhone soll ein Luxusartikel bleiben, damit Apple die Margen halten kann.
Die Zukunft ist ziemlich ungewiss. Dieser Artikel, Herr Postinett, ist schlicht schlecht und belanglos. Selbst für den amerikanischen Markt machen sich die Auswirkungen für Apple durch die aufstrebende Konkurrenz bemerkbar.

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