Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2011

16:07 Uhr

IT-Schwergewichte

Facebook und Google nehmen Skype ins Visier

Der Onlinetelefondienst weckt Begehrlichkeiten bei den Großen der Internet-Branche.

Eine junge Frau mit einem Headset telefoniert via Skype. Quelle: dpa

Eine junge Frau mit einem Headset telefoniert via Skype.

New YorkFacebook und Google sollen ihr Interesse an der früheren eBay-Tochter signalisiert haben, die sich in Besitz von Finanzinvestoren befindet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Unklar ist bisher, ob sie einen Kauf oder ein Joint-Venture anstreben. Nach Aussage eines Insiders nahm Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereits an Übernahmegesprächen teil. Eine andere Person sagte, dass Facebook wie auch Google jeweils eine Gemeinschaftsfirma zusammen mit dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen anstrebten. Die Verhandlungen seien noch ganz im Anfangsstadium. Google und Skype wollten keine Stellung nehmen, Facebook war zunächst nicht erreichbar.

Kreisen zufolge könnte Skype bei einem solchen Geschäft mit drei bis vier Milliarden Dollar bewertet werden. Der im Oktober 2010 verschobene Börsengang hätte den Luxemburgern nach Einschätzung von Analysten maximal rund eine Milliarde Dollar eingebracht. Damals hatte Skype-Chef Tony Bates, früher Vize-Präsident von Cisco, den Gang an den Aktienmarkt auf die zweite Jahreshälfte 2011 verschoben. Die Uhr für den IPO tickt - immer mehr Konkurrenten wie beispielsweise der chinesische Facebook-Rivale Renren haben ihn bereits hinter sich gebracht. Dabei haben Anleger ihnen die Aktien fast aus den Händen gerissen.

Facebook könnte mit Hilfe von Skype sein Geschäft weiter aufpeppen und seine Nutzerzahl von bereits mehr als einer halben Milliarde Mitgliedern noch erweitern. „Es würde viele Synergieeffekte geben“, sagte Analyst Trip Chowdhry von Global Equities Research. Skype hatte im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer, die mit dem Dienst rund um den Globus telefonierten. Nur etwa acht Millionen zahlten für diesen Service, den Skype deutlich günstiger als herkömmliche Telefonanbieter zur Verfügung stellt. Analysten sind bezüglich der Umsatzaussichten von Skype skeptisch, weil so viele Kunden das Angebot kostenlos nutzen. Im Vergleich zu Google halten sie eine Fusion mit Facebook für sinnvoller. Der weltgrößte Suchmaschinenkonzern Google bietet mit seinem Voice-Angebot bereits Audio- und Video-Konferenzen in Echtzeit an.

Skype wurde 2003 gegründet. 2005 wurde die Firma für 3,1 Milliarden Dollar von eBay gekauft. 2009 übernahm dann eine Investoren-Gruppe unter Beteiligung von Silver Lake, dem Canada Pension Plan Investment Board und Andreessen Horowitz den Mehrheitsanteil.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×