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20.01.2012

02:05 Uhr

Jahresbilanz

Google schockiert die Anleger

VonAxel Postinett

Trotz eines Umsatzsprungs hat der Internet-Konzern Google die Investoren enttäuscht. Wegen hoher Investitionskosten ist der Gewinn weniger stark gestiegen als Marktexperten erwartet hatten.

Google hat ein sehr erfolgreiches Jahr 2011 hinter sich. Reuters

Google hat ein sehr erfolgreiches Jahr 2011 hinter sich.

San FranciscoGeringer als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse haben die Google-Aktie nachbörslich in den USA auf Talfahrt geschickt. Kurz nach Bekanntwerden der Zahlen lag die Aktie zehn Prozent im Minus.

Das Ergebnis pro Aktie nach Bilanzstandard GAAP für das Weihnachtsquartal lag mit 8,22 Dollar Dollar weit unter den hochgesteckten Erwartungen. Das auch vor dem Hintergrund, dass der Nettoumsatz – nach Abzug von Kosten von 24 Prozent für Traffic-Akquisition - mit 8,1 Milliarden Dollar unter den Erwartungen von 8,4 Milliarden Dollar lag. Die Google-Aktie hatte jüngst in Erwartung von besseren Ergebnissen auf Allzeit-Hoch geschlossen.

„2012 wird ein phantastisches Jahr“ versuchte der neue CEO und Google-Mitgründer Larry Page die Sorgen der Analysten und Investoren in einer Telefonkonferenz zu zerstreuen. Alle Bereiche entwickelten sich gut, was auch in den Zahlen zum Ausdruck komme. Google selbst blickt sehr zufrieden zurück auf ein „solides Quartal“, wenn man von rund 240 Millionen Dollar negativem Effekt durch Wechselkursverluste absehe. 53 Prozent des Umsatzes wird außerhalb der USA erzielt.

Eine Schlüsselrolle bei den hochgezogenen Augenbrauen der Analysten dagegen spielt der Ausweis der Kosten pro bezahltem Werbeklick (Cost per Click, CPC). Der Durchschnittswert sank um acht Prozent im Vorjahresvergleich und auch um acht Prozent zum dritten Quartal 2011. Der Wert sagt aus, dass die Kunden weniger pro Werbeklick an Google überweisen mussten, ein Ausdruck für nachlassende Nachfrage oder steigende Konkurrenz, zum Beispiel durch Werbemöglichkeiten auf Social Networks wie Facebook.

Im Analysten-Gespräch erklärten Finanzvorstand Patrick Pichette und Anzeigenchefin Susan Wojcicki den Rückgang mit Optimierungsmaßnahmen bei Suchergebnissen im vorherigen Quartal, um die Leistungen für die Werbekunden zu verbessern.

Hinzu komme ein Abwandern von Werbekunden von der Desktop-Suche zu mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets. Die Einbuchungen hätten sich für mobile Werbung im Kalenderjahr verzwölffacht, offenbar ist der Nettoertrag aber geringer. Anders als beim PC muss sich der Werberiese die Umsätze mit Partnern wie Geräte-Herstellern oder Netzbetreibern teilen. Negativ habe sich eine teilweise Schwäche in den europäischen Märkten ausgewirkt. Vor allem Deutschland habe ein abgeschwächtes Wachstum verzeichnet, man treffe hier auf „harten Wettbewerb“ hieß es, ohne weitere Details zu nennen.

Die Gesamtzahl der bezahlten Werbeklicks lag dagegen mit 34 Prozent deutlich über Vorjahr. Das kann als Beleg dafür genommen werden, dass einerseits die Suchergebnisse für die Kunden relevant sind und genügend Werbekunden bereit stehen, um Anzeigen einzublenden. Unter dem Strich, so Pichette, war das Ergebnis aus geringeren Klickerlösen und mehr bezahlten Klicks jedenfalls positiv.

Das Nettoergebnis nach GAAP im vierten Quartal summierte sich auf 2,71 Milliarden Dollar nach 2,54 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

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