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06.03.2014

14:02 Uhr

Jahreszahlen

Telekom wettet auf die Zukunft

VonChristof Kerkmann

Frische Ideen für die Telekom: Der neue Chef Tim Höttges will innovative Internet-Dienste anlocken. Sie sollen dem Konzern helfen, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Denn trotz guter Jahreszahlen ist der Druck groß.

Dank US-Markt

Telekom kann Umsatz und Gewinn steigern

Dank US-Markt: Telekom kann Umsatz und Gewinn steigern

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BonnTelefon- und Internetverbindung sind ähnlich wie Wasser- und Stromversorgung: Sie sollten funktionieren – nicht mehr und nicht weniger. Doch im umkämpften Telekommunikationsmarkt reicht das allein nicht aus, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. „Sie werden den Kunden nicht nur mit reiner Infrastruktur gewinnen können“, sagte Tim Höttges, seit Jahresanfang Chef der Deutschen Telekom, am Donnerstag bei der Vorlage der Jahreszahlen. Heute seien innovative Internet-Dienste wichtig.

Diese will der Bonner Konzern jetzt locken, indem er ihnen die Einbindung von Anwendungen erleichtert: Mit einer standardisierten Plattform sollen die Internet-Dienste binnen drei Monaten bei der Telekom andocken können. Das gilt für die Technik ebenso wie für die Abrechnung mit den Nutzern. Höttges verglich es etwas euphemistisch mit einer Steckerleiste: Einstöpseln und loslegen. „Wenn neue Partner heute ihre Applikationen anbinden wollen, ist das ein relativ komplexer Prozess“, sagte der Manager, der zuvor die Finanzsparte geleitet hatte. „Wir wollen für Kunden schnell die attraktivsten Services anbieten können.“

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Die neue Initiative kommt nicht von ungefähr: Der Konzern konnte zwar im vergangenen Jahr den Umsatz erstmals seit Jahren steigern. Dennoch steht er genauso wie die gesamte europäische Konkurrenz mächtig unter Druck: Telekom, Vodafone und Co. müssen kräftig investieren, um die Netze für den rasant wachsenden Datenverkehr auszubauen, können aber wegen des Wettbewerbs und der Regulierung keine höheren Preise durchsetzen. Es gebe eine „massive Verschiebung der Wertschöpfung“ zu den Internet-Konzernen, wiederholte Höttges die bekannte Klage.

Für den Telekom-Mann lautet die entscheidende Frage daher: „Gelingt es uns, die Kundenbeziehung auch künftig attraktiv zu halten?“ Schon jetzt vermarktet der Konzern den Musikdienst Spotify, die Software des Sicherheitsspezialisten Lookout und der Kurznachrichtendienst Twitter. Zudem betreibt er mit Entertain eine TV-Plattform, die derzeit überarbeitet werde.

Trotz aller Sorgen: Das vergangene Jahr verlief für die Telekom erfreulich. Im Inland gewann der Konzern zahlreiche Mobilfunkkunden hinzu, im schwierigen US-Geschäft gelang ein Comeback. Der Erlös stieg um 3,4 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro. Auch wenn man die Übernahme von MetroPCS herausrechnet, bleibt ein Plus von 0,8 Prozent. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann die Deutsche Telekom einen Umsatzanstieg verkündet hat“, sagte Höttges. „Viele Wettbewerber insbesondere in Europa beneiden uns um diese Situation.“

Unterm Strich stand ein Überschuss von 930 Millionen Euro – im Vorjahr hatte die milliardenschwere Abschreibung auf die frühere Krisentochter in den USA noch für ein Minus von 5,3 Milliarden Euro gesorgt.

Kommentare (3)

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06.03.2014, 15:16 Uhr

Die Telekom sollte sich Spotify einverleiben und/oder es mit Netflix versuchen.

Das sind Dienste, die wachsen und Bestand haben.

An amerikanischen Internetfirmen sollte man sich beteiligen, da die sich ohnehin auf dem Weltmarkt durchsetzen.

Man sieht ja, was aus der Scout Gruppe und Musicload geworden ist.

Stattdessen kauft die Telekom in irgendwelchen Balkanstaaten deren Mist zusammen.

Account gelöscht!

06.03.2014, 17:08 Uhr

Mir geht die Telekom nur noch auf die Nerven! Andauernd wird eine "neue Sau durchs Dorf gejagt" und hinterher stellt man wieder fest, das alles nur viel Wind um Nichts war. Die Telekom laviert seit Jahrem auf niedrigem Niveau und kommt einfach nicht in die Gänge. René Obermann war genauso ein Totalausfall wie alle seinen Vorgänger auch. Und kaum ist wieder ein neuer Vorstand dran, wird wieder monatelang der Konzern wieder umgebaut. Das war bisher bei JEDEM neuem Vorstand so. Die Telekom ist dann erstmal monatelang mit sich selber beschäftigt- der einzige Nutznießer ist jedesmal nur die Werbeagentur. Die verdient sich an diesem Laden eine goldene Nase. Grundlegende strategische Ausrichtungen hat die Telekom vollkommen verschlafen. Amerikageschäft eine Lachnummer: Erst wollte man alles verkaufen, dann über Nacht wars wieder attraktiv. Der Kundenservice miserablest. Preise völlig überhöht. Berabeitungszeiten absolute Steinzeit. Die Telekom ist ein Trauerspiel. Was mich am meisten ärgert: Das diese bisherigen Versager-Vorstände sich nur die Taschen vollgestopft haben und für nichts geradestehen müßen!

Account gelöscht!

06.03.2014, 18:12 Uhr

Die Telekom verdient nicht einmal die Dividende. Die Aktionäre bezahlen sich die 50Cent Dividende aus dem Eigenkapital und das seit Jahren. Ein Pleiteladen.

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