Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2011

16:53 Uhr

James Murdoch

„Leser verstehen, dass Journalismus Geld kostet“

VonHans-Peter Siebenhaar, Gabor Steingart

ExklusivNach monatelangen Vorbereitungen will der Medienkonzern News Corp. mit der kostenpflichtigen iPad-Zeitung „The Daily“ in die digitale Zukunft starten. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Europa-Chef James Murdoch, Sohn des Medientycoons Rupert Murdoch, über das neue Produkt, die Gratis-Kultur im Internet und die Zukunft der gedruckten Zeitung.

James Murdoch: "Ich bin davon überzeugt, dass der Kunde zahlen will." Reuters

James Murdoch: "Ich bin davon überzeugt, dass der Kunde zahlen will."



Handelsblatt: Herr Murdoch, Sie sind Dienstagabend hier in München angekommen. Haben Sie im Hotel deutsches Fernsehen geschaut?



James Murdoch: Nein, es war zu spät. Aber in meinem Londoner Büro habe ich natürlich Sky Deutschland.



Das deutsche Fernsehen hätte den Geschäftsmann in Ihnen nur deprimiert.



Warum?



Deutschland leistet sich das teuerste öffentlich-rechtliche Fernsehen der Welt. Sie hätten sich sicher die ganze Nacht gefragt, wie sie angesichts dieser Fülle von Spielfilmen, Nachrichtensendungen und gut gemachten Reportagen mit ihren defizitären Bezahlsendern Geld verdienen sollen.



Als Investor habe ich das Gefühl, hier sehr willkommen zu sein. Der Markt ist transparent und fair. Daher ist es attraktiv - auch nach einer langen Zeit -, wieder nach Deutschland zurückzukommen.



Das ändert nichts an den harten Marktbedingungen. Wie groß sind die Chancen Ihres Bezahlsenders Sky Deutschland tatsächlich?



Der deutsche Markt ist nicht so besonders, wie Sie sagen. In anderen europäischen Ländern sind die Öffentlich-Rechtlichen auch sehr stark und verfügen über viel Geld. Außerdem kennen wir den deutschen Markt schon sehr lange. Ich weiß ganz gut, worauf ich mich da eingelassen habe.



Worauf haben Sie sich denn eingelassen? Was wollen die deutschen Zuschauer?



Ich glaube, dass Zuschauer höhere Qualität und mehr Auswahl möchten. Sie wollen den neuesten technischen Standard, HDTV und 3D. Wir bieten das zu einem fairen Preis. Ich bin überzeugt davon, dass ein moderner Digitalsender wie Sky eine wichtige Rolle für viele Kunden in Deutschland spielt.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

cerberus

02.02.2011, 18:46 Uhr

Na Hauptsache das Hb zählt sich nach den Artikeln der vergangenen 6 Monate nicht zum professionellen Journalismus

Roy Blackrock

02.02.2011, 20:40 Uhr

Was für ein unglaublich inkompetentes Geschwätz. Für dieses "interview" müsste man als zahlender Leser konsequenterweise Geld zurückerstattet bekommen.

flyingfridge

02.02.2011, 20:47 Uhr

"Wir möchten selbst entscheiden, was unsere Zeitungen oder Filme im digitalen Kaufhaus kosten."

Dass der Preis nicht nur vom Anbieter, sondern auch von der Nachfrage bestimmt wird, wünsche ich dem Murdoch jun. noch auf die harte Tour zu lernen. Allerdings -

"Wir sollten grundsätzlich auf zu viel Regulierung verzichten. Das wäre wirklich die letzte Möglichkeit."

- übersetze ich als: Wenn die Kunden nicht die Preise bezahlen, die wir wollen, dann schicken wir die Lobbyisten mit den schwarzen Koffern los, damit das Leistungsschutzrecht - vulgo Leistungsschutzgeld - durch alle politischen Gremien gepeitscht wird. Das Handelsblatt wird ihn sicher auch gerne dabei unterstützen, wie dessen neuer Chef ja auch schon klar gemacht hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×