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08.06.2015

15:26 Uhr

Jimdo erhält Millionenfinanzierung

Große Klötze für die Baukasten-Macher

VonChristof Kerkmann

Es ist der nächste Erfolg für ein deutsches Start-up: Jimdo hat von einem US-Investor 25 Millionen Euro eingesammelt. Die Macher des Homepage-Baukastens wollen damit im Ausland wachsen. Nötig hatten sie das Geld nicht.

Das Start-up hat 25 Millionen Euro von einem US-Investor erhalten.

Jimdo-Büros in Hamburg

Das Start-up hat 25 Millionen Euro von einem US-Investor erhalten.

HamburgJimdo ist ein ungewöhnliches Start-up. Auf fremdes Geld waren die Gründer nicht angewiesen, sieht man von 500.000 Euro Anschubfinanzierung ab. Das Wachstum finanzierten sie aus eigenen Mitteln. Als die Macher des Homepage-Baukastens 2012 eine zweistellige Millionensumme in Aussicht hatten, lehnten sie ab. Die Eigenständigkeit war ihnen wichtiger.

Nun hat sich das Hamburger Unternehmen doch auf eine Finanzierungsrunde eingelassen – und zwar eine üppige: Der amerikanische Risikoinvestor Spectrum Equity stellt 25 Millionen Euro zur Verfügung. Er bekommt dafür nach Medienberichten gut ein Viertel der Anteile und taxiert Jimdo auf knapp 94 Millionen Euro. Es sei der richtige Zeitpunkt, um „noch größere Chancen für unser Produkt und den Markt zu ergreifen“, erklärte Mitgründer Matthias Henze am Montag. Das Geld soll in die Entwicklung und ins Marketing fließen.

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Der IT-Riese Microsoft kauft das deutsche Start-up 6Wunderkinder – ein Zeichen für die gesamte Szene. Die Hauptstadt zieht immer mehr Risikokapitalgeber aus dem Ausland an – und könnte zur „Glühbirne Europas“ werden.

Jimdo bietet einen Baukasten an, mit dem Nutzer ohne Programmierkenntnisse Websites und Online-Shops erstellen können. Seit der Gründung 2007 sind 15 Millionen Webseiten damit erstellt worden.

Dank Büros in San Francisco und Tokio ist das Unternehmen international vertreten. Zu den Finanzen äußert sich das Start-up nur zurückhaltend, es war aber nach eigenen Angaben bereits 2009 profitabel. Nach den aktuellen verfügbaren Zahlen aus dem Handelsregister machte die Firma 2012 knapp 9,5 Millionen Euro Umsatz und verdreifachte damit das Ergebnis aus dem Vorjahr. Zu den Konkurrenten zählen Squarespace und Weebly, aber auch Blog-Portale wie Tumblr.

Die Investition steht für einen Trend: Deutsche Start-ups werden für ausländische Firmen immer attraktiver. So hat Microsoft 6Wunderkinder mit seiner Produktivitäts-Apps übernommen, Apple hat Metaio mit seiner Augmented-Reality-Technologie gekauft. Auch Risikokapitalgeber aus den USA werden zunehmend in Deutschland aktiv. Für Spectrum Equity ist es die erste Beteiligung hier. Bislang hat die Firma aus Boston unter anderem die Powerpoint-Alternative Prezi und das Umfrage-Portal Survey Monkey unterstützt.

Die Eigenständigkeit ist den Jimdo-Gründern übrigens auch heute noch wichtig – und sie ist auch mit dem neuen Investor nicht in Gefahr: Sie behalten immer noch die Mehrheit am Unternehmen.

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