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13.07.2016

08:53 Uhr

John Hanke von Niantic Labs

Der Mann hinter Pokémon Go

VonMartin Dowideit

Nintendos Spiel „Pokémon Go“ ist unglaublich erfolgreich. Der Mann dahinter arbeitet im Silicon Valley – und war lange der Kopf von Google Earth und Maps. Für ihn ist es eine App der zwei Leidenschaften.

Der Chef von Niantic Labs hat zwei Leidenschaften zum Beruf gemacht: Geografie und Computerspiele. PR

John Hanke

Der Chef von Niantic Labs hat zwei Leidenschaften zum Beruf gemacht: Geografie und Computerspiele.

DüsseldorfDie Server des japanischen Computerspiele-Konzerns Nintendo sind an ihre Grenzen geraten. Seit vergangener Woche wurde das neue Handyspiel „Pokémon Go“ millionenfach geladen, die Aktie schnellte 59 Prozent nach oben – und schuld daran sind die beiden Leidenschaften des John Hanke. Den US-Amerikaner faszinieren zwei Dinge: Geografie und Computerspiele. In der App findet beides perfekt zueinander. Die Jagd auf Pokémon-Charaktere verschmilzt mit der realen Welt: Bösewichte verstecken sich in echten Parks, nur auf dem Smartphone-Bildschirm sind sie sichtbar.

Die App verbindet die reale Welt mit einem Computerspiel. Das Konzept heißt „augmented reality“. AFP; Files; Francois Guillot

Pokémon-Jagd vor dem Weißen Haus

Die App verbindet die reale Welt mit einem Computerspiel. Das Konzept heißt „augmented reality“.

John Hanke hat das Programm mit seiner Firma Niantic Labs entwickelt. Er hatte mit seiner Truppe im Jahr 2014 als Aprilscherz eine „Pokémon Challenge“ für Google Maps angekündigt und nahm den Witz dann ernst. Er setzte seinen Mann für das Geschäft in Asien, Masahi Kawashima, darauf an, zu klären, ob man ein solches Spiel „auch in der echten Welt schaffen könnte“.

Tatsächlich war das möglich, wie sich nach zweijähriger Entwicklungszeit jetzt zeigt. Unklar ist, wie viel Nintendo daran verdienen wird – zum einen gehört den Japanern nur ein Teil von Hankes Firma, zum anderen müssen die Einnahmen auch mit den Appstore-Betreibern Apple und Google geteilt werden, über die das Spiel auf den Smartphones landet. Doch Nintendo bietet sich zumindest eine Chance auf hohe Werbeeinnahmen. Bereits jetzt hat es die App etwa geschafft, Nutzer in echte Pizzerien zu lenken und dort den Umsatz anzukurbeln.

Aufgewachsen war der 49-jährige Hanke in der texanischen Provinz und schaffte es als Entwickler ins Silicon Valley. Dort arbeitete kurz nach der Jahrtausendwende daran, Landkarten erlebbar zu machen. Sein Start-up Keyhole wurde ein voller Erfolg, Google kaufte 2004 das Unternehmen und Hanke stieg bei dem Internetkonzern zum Herr über alles auf, was mit geografischen Daten zu tun hat. Spielerische Elemente baute er auch in Google Earth und Google Maps ein, eine Revolution in der Welt von Stadtplänen und Landkarten.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

13.07.2016, 10:01 Uhr

Der Artikel interessiert mich zwar überhaupt nicht, aber egal, er darf kommentiert werden, was eine Freude :)

Auf geht`s Marc, Harald, Rainer,Enrico und natürlich Ralph alias X_TRADER alias Flash Gordon alias Westend alias Icahn usw - gerade Du lass zu diesem Artikel Deiner sprühenden Fantasie freien Lauf.......

Frau Annette Bollmohr

13.07.2016, 10:48 Uhr

„Geografie und Computerspiele. In der App findet beides perfekt zueinander. Die Jagd auf Pokémon-Charaktere verschmilzt mit der realen Welt.“

Perfekt. Das ist wirklich ein toller Ansatz.

Den man unbedingt auch für Allgemein-Interessen, die weit über die der „Welt der Wirtschaft“ hinausgehen, nutzen MUSS.

Folgenden Beitrag habe ich gestern auf der Seite der "Folha de Sao Paulo" gesehen:

http://www1.folha.uol.com.br/ambiente/2016/07/1790015-forte-seca-pode-fazer-amazonia-ter-recorde-de-queimadas.shtml

Ich selbst kann von meiner Kindheit in Brasilien her noch leidlich Portugiesisch; es geht darum, dass es im Amazonasgebiet schon wieder (!) viel zu wenig regnet und deshalb ein weiterer Rekord an Waldbränden droht.

Mir macht so etwas unheimlich Sorge. Weil gerade der Regenwald nachweislich einen ganz entscheidenden Einfluss auf das "klimatische Gleichgewicht" auf unserem Planeten hat.

Vielleicht ist dem einen oder anderen im Laufe der Zeit beim Nachrichtengucken oder -lesen auch schon aufgefallen, dass das Wasser immer öfter und in immer kürzeren Abständen nur noch an einer Stelle "runterkommt": Es gibt entweder es gibt verheerende Überschwemmungen, oder es regnet monate- und jahrelang kaum oder gar nicht, und alles verdorrt und verbrennt.

Trotz der vielen Fortschritte, die die Menschheit in den letzten Jahrzehnten nachweislich auf sehr vielen Gebieten gemacht hat – werde ich manchmal den zynischen Verdacht nicht los, dass „man“ (d.h., wer sich das leisten kann, weil er die Macht bzw. das Geld dazu hat) sich deshalb so ausgiebig mit Waffen eindeckt, damit, wenn es (FALLS das so weitergeht - ganz nebenbei, die Regenwald-Abholzung geht natürlich trotz aller verzweifelten Widerstände immer noch weiter) in absehbarer Zeit nicht mehr genug Lebensraum für alle da sein sollte, das Problem so "gelöst" werden könnte (gilt natürlich nur für den oben angesprochenen Personenkreis, der „Rest“ muss dann leider sehen, wo er bleibt).

Hoffentlich(!!) zuviel der Schwarzmalerei.

Account gelöscht!

13.07.2016, 10:54 Uhr

Ich liebe diese Kommentarfunktion

wo sonst kommt von einem Pokemon-Artikel auf den Regenwald und darf wieder über Verschwörungen fantasieren?

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