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13.01.2011

15:52 Uhr

Julian Assange

Wikileaks hat Dokumente über Rupert Murdoch

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

Die von Wikileaks im Sommer 2010 verschlüsselt veröffentlichte Datei enthält offenbar unter anderem Depeschen über den australischen Medienunternehmer Rupert Murdoch. Sie gilt als Rückversicherung der Organisation.

Rupert Murdoch: Die Aussage von Wikileaks-Gründer Julian Assanges könnte auch als Warnung an den Verleger aus Australien verstanden werden. Quelle: Reuters

Rupert Murdoch: Die Aussage von Wikileaks-Gründer Julian Assanges könnte auch als Warnung an den Verleger aus Australien verstanden werden.

Sollte Julian Assange, Kopf der Organisation Wikileaks, etwas passieren, muss sich auch Rupert Murdoch Sorgen machen. Die sogenannte Versicherungsdatei von Wikileaks soll auch geheime Dokumente über den Australier und sein Medienunternehmen News Corporation enthalten. Das sagte Assange im Interview mit der britischen Wochenzeitung New Statesman.

Verschlüsselte Datei

Die Versicherungsdatei ist eine rund 1,4 GByte große, verschlüsselte Datei. Wikileaks hatte sie im August 2010 im Internet bereitgestellt und gedroht, die Zugangsdaten bekanntzugeben, wenn Assange oder der Organisation etwas zustoßen sollte. Das hat Assange in dem Interview noch einmal bekräftigt.

Über den Inhalt war seither spekuliert worden. Jetzt hat Assange erstmals einen Hinweis gegeben. Die Dokumente enthielten weitere unangenehme Wahrheiten, sagte er. Allerdings nicht nur für Politiker: "Es gibt 504 Botschaftsdepeschen über Rundfunksender, darunter sind auch Depeschen zu Murdoch und News Corporation."

Die Aussage Assanges könnte auch als Warnung an den Australier verstanden werden: Der US-Fernsehsender Fox News, der zu Murdochs Konzern gehört, hatte in der Vergangenheit mehrfach den Kopf von Assange gefordert. Der Sender wurde explizit in einer Stellungnahme von Wikileaks zu Hassrhetorik genannt. Anlass für die Mitteilung, die Wikileaks Anfang der Woche herausgegeben hat, war das Attentat auf die US-Politikerin Gabrielle Giffords am vergangenen Wochenende.

China, nicht die USA

Nach der Veröffentlichung der Dokumente des US-Militärs aus Afghanistan und dem Irak sowie der Depeschen von US-Diplomaten glaubten die USA, sie seien das Hauptziel von Wikileaks. Dem hat Assange jetzt widersprochen: Der "technische Feind" der Organisation sei China, da dort am stärksten zensiert werde. "China verfügt über aggressive und ausgefeilte Überwachungsverfahren, die zwischen jedem Leser in China und jeder Information außerhalb Chinas steht." Wikileaks habe sich jedoch sehr bemüht, diese Maßnahmen zu umgehen, und inzwischen gebe es zahlreiche Möglichkeiten für Nutzer in China, auf die Wikileaks-Seiten zuzugreifen.

Kommentare (1)

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Klaus exBanker

14.01.2011, 16:33 Uhr

Das Verhalten der USA, insbesondere der sog. Tea-Party ist schon erstaunlich. Wären diese Enthüllungen über das Regime des iran veröffentlicht worden, hätte man Assange zum Helden der Freiheit hochstilisiert.
Die USA zeigt sich als scheinheilige Weltpolizei von eigenen Gnaden.

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