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10.10.2013

14:49 Uhr

Kabel Deutschland

Gesenkte Prognose könnte Vodafone helfen

Kabel Deutschland hat seine Geschäftserwartungen - sehr zur Freude des neuen Großaktionärs Vodafone. Denn der britische Mobilfunkriese plant einen Beherrschungsvertrag mit Kabel Deutschland.

Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone ist Großaktionär des deutschen Wettbewerbers Kabel Deutschland. dpa

Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone ist Großaktionär des deutschen Wettbewerbers Kabel Deutschland.

FrankfurtDie überraschende Senkung der Geschäftserwartungen von Kabel Deutschland nach Jahren rapiden Wachstums könnte dem neuen Großaktionär Vodafone in die Hände spielen. Die Prognosesenkung sei einzig im Sinne von Vodafone, sagte Analyst Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies. Denn der britische Mobilfunkriese plant einen Beherrschungsvertrag mit Kabel Deutschland. Dann haben die Kleinaktionäre nach deutschem Übernahmerecht die Wahl zwischen einer jährlichen Garantiedividende und einer Abfindung.

Und deren Höhe wird in einem Gutachten ermittelt und richtet sich unter anderem nach dem erwarteten Lauf der Geschäfte bei Kabel Deutschland. Je schlechter die Aussichten, desto mehr Geld könnte Vodafone also sparen. "Oft versuchen die Hauptaktionäre ein Unternehmen dabei klein zu rechnen", erklärte der Anlegeranwalt Peter Dreier am Rande der Kabel-Deutschland-Hauptversammlung am Donnerstag.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Vodafone hält 76 Prozent an Kabel Deutschland. Fällt das Gutachten - und damit die Abfindung - nach Ansicht der Kleinaktionäre zu negativ aus, können diese dagegen im Rahmen eines Spruchstellenverfahrens klagen. Dreier legt die Latte für einen "angemessenen" Ausgleich hoch: "Da müssen wir einen deutlich dreistelligen Betrag sehen", sagte er. Kabel Deutschland habe - auch nach den Worten des Vorstands - beste Zukunftsaussichten. Das Übernahmeangebot über 87,50 Euro je Aktie sei viel zu niedrig gewesen. 110 bis 120 Euro wären nach Dreiers Ansicht nach angemessen. An der Börse kostete die Kabel-Aktie am Donnerstag 93,81 Euro.

Klagefreudige Hedgefonds - etwa der US-Spezialist Elliott - haben sich bei Kabel Deutschland bereits positioniert. Insider sagten Reuters im September, sie setzten darauf, eine höhere Abfindung von Vodafone einzuklagen. So hatte es Elliott schon nach der Übernahme des Kranbauers Demag Cranes durch den US-Baumaschinenkonzern Terex durchexerziert.

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