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02.08.2013

12:02 Uhr

Kabel Deutschland

Kein Widerstand gegen Vodafone-Übernahme

Die größte Firmenübernahme in Europa in diesem Jahr schreitet voran: Kabel Deutschland legt dem Mobilfunkkonzern Vodafone keine Steine beim Kauf in den Weg. Vodafone will die Abhängigkeit vom Mobilfunkmarkt senken.

Vodafone übernimmt Kabel Deutschland. dpa

Vodafone übernimmt Kabel Deutschland.

DüsseldorfVorstand und Aufsichtsrat von Kabel Deutschland (KDG) machen Werbung für die Übernahme ihres Unternehmens durch Vodafone. Die Gremien empfahlen den KDG-Aktionären am Freitag, das Angebot anzunehmen. Das Unternehmen sei mit 87 Euro je Aktie angemessen bewertet, hieß es in einer Stellungnahme. "Nach eingehender Prüfung der Angebotsunterlage sehen wir uns darin bestätigt, dass der Angebotspreis finanziell attraktiv und die strategische Perspektive durch die Übernahme vielversprechend ist", erklärte KDG-Chef Adrian von Hammerstein. "Kabel Deutschland und Vodafone ergänzen sich ideal."

Vodafone legte Ende Juni eine Offerte vor. Für 7,7 Milliarden Euro wollen die Briten Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber schlucken. Einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen 10,7 Milliarden Euro wert. Zahlen will Vodafone 84,50 Euro in bar plus 2,50 Euro Dividende, die KDG für das Geschäftsjahr 2012/2013 versprochen, aber noch nicht gezahlt hat. Für die Aktionäre, die seit dem Börsengang von KDG im März 2010 dabei sind, würde sich ihr Einsatz in etwa vervierfachen. Gelingt der Kauf, wäre er der größte in Europa in diesem Jahr und der teuerste für Vodafone seit 2007.

"Das Angebot liegt nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat im Interesse der Kabel Deutschland Holding AG, ihrer Aktionäre, ihrer Arbeitnehmer und ihrer weiteren Stakeholder", hieß es in der Stellungnahme. Ihre Unterstützung für das Angebot hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Kabel Deutschland aber auch schon im Vorfeld deutlich gemacht. Gemeinsam wären die Unternehmen in einem sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld schlagkräftiger gegenüber der Deutschen Telekom. Vodafone wäre zudem nicht mehr so stark auf die Zusammenarbeit mit dem Rivalen aus Bonn angewiesen. Das Vorhaben muss noch der kartellrechtlichen Prüfung standhalten.

Von

rtr

Kommentare (5)

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oeflingen

02.08.2013, 12:36 Uhr

Die durch den Kabel Deutschland Deal entstehende weitere Machtkonzentration auf dem deutschen Breitbandmarkt sollte die Kartellbehörde zum Anlass nehmen, ähnlich wie seinerzeit der Telekom den Kabelnetzbetreibern vorzuschreiben,ihre Netze auch anderen Wettbewerbern zu öffnen.

psm

02.08.2013, 12:56 Uhr

Diese Fusion sollte aus Gründen der nationalen Sicherheit gestoppt werden. Eines der wichtigsten deutschen Telekommunikationsunternehmen in die Hände einer Firma fallen zu lassen, die offenbar weitgehend und nach deutschem Verständnis illegal, jedenfalls aber illegitim mit dem britischen Nachrichtendienst kooperiert, ist eine Katastrophe. Thematisiert es, Handelsblatt!

martinger

03.08.2013, 10:43 Uhr

Offensichtlich holt sich damit jeder Kabel Deutschland-Anschlussinhaber GQHC+NSA direkt ins Haus.

Bislang wurden 0 politische oder wirtschaftliche Konsequenzen aus der bekanntgewordenen Totalüberwachung gezogen. Ein erster Schritt wäre aber die Übernahme durch Vodafone zu verhindern, da Vodafone wie auch andere Kollaborateure (Level 3, etc.) als Anbieter von Total-Überwachungsdienstleistungen nicht vertrauenswürdig sind.

Oder ist die Übernahme gar politisch gewollt, weil der BND die Deutschen nicht direkt anlasslos abhören darf, sondern dafür auf die Mithilfe ausländischer Geheimdienste angewiesen ist?

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