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04.02.2015

11:37 Uhr

Kabel Deutschland

Schnelle Internet-Anschlüsse bringen Wachstum

Seit Jahren mischen Kabelnetzbetreiber den Markt für Internet-Anschlüsse auf, Kabel Deutschland hat zuletzt besonders häufig Verträge mit schnellen Internet-Anschlüssen verkauft. Umsatz und Gewinne stiegen.

Kabel Deutschland versorgt 8,3 Millionen Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen. dpa

Ein Antennen-Anschlusskabel

Kabel Deutschland versorgt 8,3 Millionen Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen.

FrankfurtKabel Deutschland hat dank der hohen Nachfrage nach superschnellen Internetanschlüssen Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) habe im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 um 2,4 Prozent auf 236 Millionen Euro zugelegt, teilte die Vodafone -Tochter am Mittwoch mit.

Die Erlöse kletterten um 6,5 Prozent auf 513 Millionen Euro. Hauptgrund für den Zuwachs: Die Internet- und Telefon-Abos stiegen in dem Dreimonats-Zeitraum um 262.000. Besonders häufig seien schnelle Internet-Verträge mit bis zu 100 Mbit/s Download-Geschwindigkeit gebucht worden.

Kabelnetzbetreiber mischen seit Jahren den Markt für schnelle Internet-Anschlüsse auf, da sie im Vergleich zu Unternehmen wie der Deutschen Telekom, die auf die DSL-Technologie setzt, höhere Geschwindigkeiten anbieten.

Was die Fusion von E-Plus und O2 für den Kunden bedeutet

Worum geht es?

Die niederländische KPN verkauft ihre Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland. Das wurde bereits im Juli 2013 angekündigt. Telefónica Deutschland gehört seinerseits zum spanischen Telefónica-Konzern und bietet vor allem die Mobilfunk-Marke O2 an. „Das neue Unternehmen wird erhebliche Größen- und Effizienzvorteile erzielen“, erklärte Telefónica Deutschland am Mittwoch. Abgeschlossen sein soll der Kauf voraussichtlich bis Ende September.

Wie viele Mobilfunkanbieter gibt es jetzt noch?

Von den großen Anbietern, die ein eigenes Mobilfunknetz besitzen, gibt es in Deutschland künftig nur drei statt vier. Neben Telefónica Deutschland sind dies die Deutsche Telekom und Vodafone. Allerdings gibt es noch viele weitere Mobilfunkmarken. Sie gehören entweder auch zu diesen großen Konzernen oder zu anderen Anbietern. Diese Anbieter leihen sich sozusagen das Netz von den Großen und bieten dann den Endkunden eigene Verträge an. Außerdem könnte sich künftig nach Einschätzung der EU-Kommission auch wieder ein weiterer Anbieter mit eigenem Netz etablieren.

Was bedeutet der Wegfall eines so großen Unternehmens?

Die EU-Kommission hatte bei der Fusion zunächst Bedenken. Sie befürchtete, die Konzentration könne dazu führen, dass sich die verbleibenden Firmen nicht mehr so hart bekriegen - was für die Kunden schlecht wäre, die gerade vom Wettbewerb Vorteile haben. Deshalb hat die EU-Behörde eine ganze Reihe Auflagen für die Fusion gemacht. Dazu gehört zum Beispiel, dass Telefónica 30 Prozent der Netzkapazitäten des neuen Unternehmens verkaufen muss.

Reichen die Auflagen aus?

Die EU-Kommission sagt Ja: „Verbraucher werden weiterhin in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen“, kündigte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia an. Der auf die Branche spezialisierte Professor Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg-Essen hält die Auflagen dagegen für ungenügend. Sie dienten als „Deckmäntelchen“ für eine industriefreundliche und verbraucherfeindliche Politik der Kommission, sagte er AFP. Auch Ilja Braun von der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt: „Eine Konzentration im Markt birgt für Verbraucher immer Gefahren.“

Steigen jetzt die Preise?

Das ist nicht ausgeschlossen. Zwar seien kurzfristig keine Preissteigerungen zu befürchten, glaubt Gerpott. Er verweist aber zugleich auf Österreich, wo es vor 18 Monaten eine vergleichbare Übernahme gab. Dort seien „die Preise nicht mehr so schnell gefallen und zum Teil sogar gestiegen“. Das könnte mittelfristig auch in Deutschland passieren, meint der Wirtschaftsprofessor. Telefónica äußert sich nicht konkret zu Preisen. In einer Erklärung versichert das Unternehmen aber, „den Markt mit innovativen Produkten und Services (...) noch stärker herauszufordern.“

Ändern sich die bestehenden Mobilfunk-Verträge?

Bei bereits abgeschlossene Verträgen besteht kein Grund zur Sorge. „Bestehende Verträge ändern sich nicht“, sagte ein Sprecher von Telefónica Deutschland.

Verschwindet E-Plus jetzt ganz?

Ob die Marke E-Plus bestehen bleibt oder verschwindet, das lässt sich laut Telefónica Deutschland noch nicht sagen. Dafür müsse erst der Abschluss der Übernahme abgewartet werden.

Was kann noch passieren?

Denkbar sind laut Verbraucherschützer Braun, dass einige Billigmarken wegfallen, die bisher unter dem Dach von E-Plus und Telefónica angeboten werden. Ferner könnten auch Läden geschlossen werden. „Es macht keinen Sinn, dann einen O2-Laden neben einem E-Plus-Laden zu haben“, sagte Braun.

Vodafone hatte Kabel Deutschland 2013 inklusive Schulden für knapp elf Milliarden Euro übernommen – ein Preis, über den mit dem US-Hedgefonds Elliott ein Streit entbrannt ist. Denn der mit 13 Prozent beteiligte Investor hält die Bewertung beim Verkauf für deutlich zu gering.

Kabel Deutschland versorgt 8,3 Millionen Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ist der kleinere Rivale Unitymedia aktiv.

Von

rtr

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