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24.04.2015

15:29 Uhr

Kabelnetz-Betreiber in den USA

Megafusion von Comcast und TWC scheitert

Der US-Kabelkonzern Comcast hat nun die geplante Milliardenfusion mit dem Rivalen Time Warner Cable abgeblasen. Die Übernahme hätte ein Volumen von 45 Milliarden Dollar gehabt, doch nun zieht der Kabel-Riese zurück.

Aus der Megafusion mit Rivalen Time Warner Cable wird nichts. ap

Aus der Megafusion mit Rivalen Time Warner Cable wird nichts.

New YorkIn den USA ist der 45 Milliarden Dollar schwere Zusammenschluss der beiden größten Kabelnetz-Betreiber gescheitert. Marktführer Comcast sagte am Freitag die geplante Übernahme des Branchenzweiten Time Warner Cable ab. Aus der Fusion wäre ein Konzern mit großer Marktmacht im Bezahlfernsehen und im Internetgeschäft hervorgegangen. Dies löste Kritik von Verbraucherschützern, rivalisierenden Medienunternehmen und schließlich auch Wettbewerbsbehörden aus. Die zuständigen Kartellwächter erklärten am Freitag, die Absage sei ganz im Interesse der Verbraucher. Comcast hatte sich bis zuletzt optimistisch gezeigt und massiv in die Lobby-Arbeit für den Deal investiert.

„Jetzt blicken wir nach vorn“, sagte Comcast-Chef Brian Roberts. Sein Unternehmen erklärte, den Vertragsbedingungen zufolge könnten die beiden fusionswilligen Konzerne einen Rückzieher machen, wenn sie keine Zustimmung der Behörden erhielten. Vertreter von Comcast und Time Warner Cable hatten zuvor mit führenden Mitarbeitern des US-Justizministeriums und der Aufsichtsbehörde FCC gesprochen. Diese Stellen wachen darüber, dass eine Übernahme nicht den Wettbewerb behindert und dass sie im öffentlichen Interesse ist. Vor allem die FCC hatte entschieden Protest angemeldet, was Insidern zufolge den Meinungswandel bei Comcast auslöste.

Regierungsdokumenten zufolge hatte Comcast-Chef Roberts noch am Montag persönlich mit FCC-Chef Tom Wheeler verhandelt. Wheeler gilt als besonders strenger Aufseher. Im vergangenen Jahr spielte er eine zentrale Rolle beim Scheitern der Fusion zwischen dem US-Mobilfunkanbieter Sprint und der Telekom -Tochter T-Mobile US. Wheeler erklärte am Freitag, ein Zusammenschluss von Comcast und Time Warner Cable hätte den Wettbewerb dramatisch gefährdet.

Das Aus für die Hochzeit der beiden Kabelnetz-Größen könnte dem Branchenvierten Charter Communications eine neue Chance geben. Das Unternehmen hatte sich monatelang vergeblich um Time Warner Cable bemüht und war von Comcast ausgestochen worden. Dennoch signalisierte Charter-Haupteigner Liberty Media seitdem weiter Interesse an Time Warner Cable.

Mit den Übernahmebemühungen positionieren sich die Telekom-Unternehmen für die Zukunft. Marktexperten zufolge müssen sie möglichst viele Dienste aus einer Hand anbieten, um Kunden zu locken. Dies war bereits einer der Gründe für den Kauf von Kabel Deutschland durch den britischen Mobilfunk-Riesen Vodafone. Vodafone hatte den größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands im Herbst 2013 für fast elf Milliarden Euro geschluckt.

Von

rtr

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