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10.01.2010

18:06 Uhr

Kabelnetzbetreiber

Malone belagert Kabelkonzerne

VonSandra Louven, Hans-Peter Siebenhaar

Der amerikanische Medien-Tycoon will nach dem Kauf von Unitymedia weitere Anbieter in Deutschland übernehmen. Das nächste Ziel ist Kabel Baden-Württemberg. Und damit ist der Einkaufszettel von Malone noch nicht zu Ende.

dpa

DÜSSELDORF/KÖLN. Der US-Medienunternehmer John Malone plant, sich zum deutschen Kabelkönig aufzuschwingen. Sein langfristiges Ziel ist, alle großen deutschen Kabelanbieter zu übernehmen. Zunächst nimmt er Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) ins Visier. Das hat das Handelsblatt aus dem Umfeld von Malones Konzern Liberty Global erfahren. Im vergangenen November hat Malone 3,5 Mrd. Euro für den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia geboten, dem Deal muss die Europäische Kommission noch zustimmen.

Die Unity-Übernahme ist nur der erste Schritt in Malones Deutschland-Plan. Ziel ist ein bundesweites Kabelangebot. Unitymedia ist nur in Nordrhein-Westfalen und Hessen vertreten. "Es hat für Malone keinen Sinn, nur in zwei Bundesländern aktiv zu sein", heißt es in der Branche.

Die Eigentümer der anderen beiden Kabelanbieter - Kabel Deutschland (KDG) und Kabel BW - wollen ohnehin verkaufen. Kabel Baden-Württemberg gehört dem Finanzinvestor EQT, der 2006 dort eingestiegen ist und nun prüft, ob ein Verkauf möglich ist. EQT selbst, Teil des Imperiums der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Kabel BW hat 2,3 Millionen Kunden.

Unitymedia hat schon länger Interesse an Kabel BW. Unternehmensinsider berichten, dass Unitymedia bereits vor dem Einstieg von Malone eine Übernahme von Kabel BW geplant hatte. "Unitymedia führte Gespräche, die aber vor rund einem halben Jahr im Sand verlaufen sind", sagte ein Geschäftspartner.

Mittelfristig stehen auf dem Einkaufszettel von Malone auch der Branchenprimus KDG und die finanziell schwer angeschlagene Orion (Tele Columbus, Primacom). Die Gläubiger von Orion bereiten einen Verkauf vor. Auch KDG-Eigner Providence ist zum Ausstieg bereit, bestätigen Insider. Der Finanzinvestor hat 2006 den größten deutschen Kabelanbieter übernommen, der in allen Bundesländern außer NRW, Hessen und Baden-Württemberg vertreten ist. Im September hat Providence Richard Parsons, Ex-Chef des Medienriesen Time Warner, als Berater geholt. Er kennt Malone seit langem.

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