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16.10.2013

15:54 Uhr

Kabelnetzbetreiber vor Verkauf?

Obermann bekommt es mit John Malone zu tun

Die Telekom ist deren Chef René Obermann zu groß, er will näher an den „Maschinenraum“ und daher 2014 beim Kabelnetzbetreiber Ziggo einsteigen. Doch dort könnte ihm bald ein riesiger US-Konzern dazwischen funken.

John Malone ist Verwaltungsratschef von Liberty Global, einem der größten Medienkonzerne der Welt. Reuters

John Malone ist Verwaltungsratschef von Liberty Global, einem der größten Medienkonzerne der Welt.

HamburgDer US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global will den niederländischen Wettbewerber Ziggo einen Magazinbericht zufolge komplett schlucken. Liberty Global, dem bereits 28,5 Prozent an Ziggo gehören, habe die Grundsatzentscheidung gefällt, das Unternehmen ganz zu übernehmen, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch vorab unter Berufung auf Brancheninsider. Die Ziggo-Aktien schnellten an der Amsterdamer Börse nach dem Bericht um zeitweise acht Prozent nach oben.

Damit könnte es Deutsche-Telekom-Chef René Obermann in seinem künftigen Job in den Niederlanden mit einem alten Widersacher zu tun bekommen. Obermann übernimmt spätestens ab 2014 die Leitung von Ziggo. Pikant daran: Liberty Global zählt mit seinem deutschen Ableger Unitymedia zu den härtesten Rivalen der Telekom. Liberty-Global-Verwaltungsratschef ist der „Kabel Cowboy“ John Malone.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Ziggo wies das Übernahmeangebot zurück. „Das potenzielle Angebot wurde als unangemessen betrachtet, und es ist unsicher, ob Ziggo ein neues Angebot erhält“, teilte das Unternehmen in Utrecht mit. Einzelheiten über das Angebot nannte der niederländische Kabelnetzbetreiber, dessen Führung der scheidende Telekom-Chef René Obermann Anfang 2014 übernimmt, nicht.

Die Telekom versucht seit Jahren, die Massenabwanderung von Internetkunden zu Kabelfirmen wie Unitymedia und Kabel Deutschland zu stoppen – vergeblich. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab, Liberty Global ebenso. Man kommentiere keine Spekulationen.

Von

rtr

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