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16.10.2013

18:13 Uhr

Kabelnetzbetreiber

Ziggo schlägt Kaufofferte von US-Konzern aus

Liberty Global hat Ziggo ein unverbindliches Übernahmeangebot gemacht - doch Ziggo hat die Offerte als zu niedrig abgelehnt. Ob es der US-Konzern noch einmal etwas draufschlagen wird, ist ungewiss.

Kabelnetz: Nach Übernahmen in Deutschland und Großbritannien will Global Liberty nun in den Niederlanden investieren. Reuters

Kabelnetz: Nach Übernahmen in Deutschland und Großbritannien will Global Liberty nun in den Niederlanden investieren.

BrüsselDer US-Kabelriese Liberty Global setzt seine Einkaufstour in Europa fort: Nach Übernahmen in Deutschland und Großbritannien greift der Konzern nun nach dem niederländischen Wettbewerber Ziggo. Der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber des Landes habe von Liberty ein unverbindliches Übernahmeangebot erhalten und als zu niedrig abgelehnt, teilte Ziggo mit. Es gebe keine Sicherheit, ob der amerikanische Konzern sein Angebot nachbessern werde.

Sollte Liberty die Übernahme gelingen, bekommt Deutsche-Telekom-Chef Rene Obermann in seinem künftigen Job einen alten Erzfeind als neuen Arbeitgeber. Der 50-Jährige übernimmt spätestens ab 2014 die Leitung von Ziggo. Pikant daran: Liberty zählt mit seinem deutschen Ableger Unitymedia zu den härtesten Rivalen der Telekom. Der Dax-Konzern versucht seit Jahren, die Massenabwanderung von Internetkunden zu Kabelfirmen wie Unitymedia und Kabel Deutschland zu stoppen - vergeblich. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab. Das "Manager Magazin" hatte zuerst über die Übernahmepläne berichtet.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Anleger jubilierten: Die Ziggo-Aktien schnellten um gut acht Prozent nach oben. An der Börse ist die Firma damit sechs Milliarden Euro wert. Zum Liberty-Konzern, der in den vergangenen Monaten Schritt für Schritt Ziggo-Titel kaufte und mittlerweile 28,5 Prozent kontrolliert, gehört bereits der niederländische Kabelmarktführer UPC. Der Kaufvorstoß kommt aber vollkommen überraschend: Vorige Woche hatte Liberty-Chef Mike Fries noch zu Reuters gesagt, dass er mit dem Anteil an Ziggo zufrieden sei.

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