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24.10.2013

14:48 Uhr

Kamerahersteller

Canon kürzt Prognose

Das Geschäft mit den Profi-Kameras schwächelt erstmals seit vielen Jahren: Profis ebenso wie Liebhaber halten sich zurück – und zwingen den Canon-Konzern, die Gewinnprognose nach unten zu korrigieren.

Ein Grund für den schwächelnden Absatz: Die verstärkte Konkurrenz durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets. Reuters

Ein Grund für den schwächelnden Absatz: Die verstärkte Konkurrenz durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets.

Wegen des schwächelnden Geschäfts mit Profi-Kameras muss der japanische Canon -Konzern kleinere Brötchen backen. Der weltgrößte Fotoapparate-Hersteller leidet unter der Zurückhaltung der Kunden und kürzte daher seine Gewinnprognose. Wie das Unternehmen am Donnerstag ankündigte, wird der Absatz mit Geräten für professionelle Fotografen und Liebhaber 2013 erstmals seit vielen Jahren sinken.

Nach den Worten von Canon-Finanzchef Toshizo Tanaka achten die Verbraucher wieder mehr auf die Preise. Zudem kommt es zu verstärkter Konkurrenz durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets, die bereits über gute Linsen verfügen. „Bis vor kurzem war das Wachstum bei Kameras mit Wechselobjektiven auch in schlechten wirtschaftlichen Zeiten fast zweistellig. Aber jetzt verschieben viele den Kauf von Luxusobjekten wie Kameras", erläuterte er.

Der Konzern rechnet fürs Gesamtjahr nur noch mit einem operativen Gewinn von 360 Milliarden Yen (2,67 Milliarden Euro). Dies ist weniger als von Analysten erwartet. Bisher hatte Canon noch umgerechnet 2,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Der Kameramarkt in Deutschland

Der Absatz sinkt

Es wird zwar so viel fotografiert wie nie, trotzdem sinkt der Absatz von Digitalkameras: 2012 waren es nach Angaben von Statista 7,9 Millionen Stück, rund 700.000 weniger als im Vorjahr. Weil Smartphones passable Bilder liefern, kaufen sich immer weniger Menschen eine Kompaktkamera.

Höhere Preise

Der Durchschnittspreis stieg zuletzt von 206 auf 233 Euro – die Branche verkauft weniger, dafür aber hochwertigere Geräte.

Spiegelreflexkameras sind gefragt

Hochwertige Geräte sind dagegen weiter gefragt. 2012 verkauften die Hersteller nach einer Prognose von Statista 980.000 Spiegelreflex- sowie 180.000 Systemkameras. Der Umsatz mit diesen Geräten stieg von 674 Millionen auf 720 Millionen Euro.

Objektive als Zusatzgeschäft

Mit Wechselobjektiven machen die Kamera- und Zubehörhersteller ein nettes Zusatzgeschäft. Der Absatz stieg auf 1,72 Millionen Stück, der Umsatz legte leicht auf 500 Millionen Euro Umsatz zu.

Fast jeder hat eine Kamera

Digitalkameras sind längst etwas für die Masse: 2011 gab es laut Statista in 71 Prozent aller deutschen Haushalte ein Gerät. Heute dürften es noch mehr sein.

Canon vor Nikon

Unter den Kamerabesitzern in Deutschland ist Canon die beliebteste Marke, 14,4 Prozent nennen den japanischen Hersteller. Auf den Plätzen 2, 3 und 4 folgen Nikon (9,4 Prozent), Sony (8,8 Prozent) und Kodak (8,5 Prozent).

Im vergangenen Jahr hatte Canon 8,2 Millionen Digitalkameras mit Wechselobjektiven verkauft. Nun erwartet der Nikon -Erzrivale nur noch einen Absatz von acht Millionen. Die Nachfrage ist vor allem in Europa weiterhin schwach und zieht auch in China nicht so stark an wie noch im Sommer vermutet.

Im dritten Quartal machte der Canon-Konzern, der neben Kameras auch Drucker, Medizingeräte und Chipausrüstung herstellt, noch starke Geschäfte. Der operative Gewinn stieg auf Jahressicht um 28 Prozent auf 674 Millionen Euro.

Von

rtr

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