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10.05.2012

06:28 Uhr

Kampfabstimmung

Drillisch siegt im Machtkampf gegen Freenet

Äußerst emotional ging es zu auf der Hauptversammlung von Freenet. Es gab eine Kampfabstimmung über die künftige Zusammenstellung des Aufsichtsrates. Am Ende gewann der Großaktionär Drillisch.

Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender von Freenet: Lange Gesichter nach langer Hauptversammlung. dpa

Christoph Vilanek, Vorstandsvorsitzender von Freenet: Lange Gesichter nach langer Hauptversammlung.

HamburgBeim Mobilfunkanbieter Freenet hat eine Kampfabstimmung den Streit um die künftige Zusammenstellung des Aufsichtsrates entschieden. Der Großaktionär Drillisch hat sich dabei durchgesetzt. Wie das im TecDax notierte Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag mitteilte, wurden auf der Hauptversammlung Hartmut Schenk, Thorsten Kraemer, Helmut Thoma, Marc Tüngler, Robert Weidinger, und Achim Weiss für die Aktionärsseite in den Aufsichtsrat gewählt. Einschließlich der Arbeitnehmervertreter hat das Gremium zwölf Mitglieder. Der von Drillisch favorisierte Schenk ist zudem ab sofort Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Maarten Henderson hatte sechs Kandidaten für die direkt nach der Hauptversammlung beginnende Wahlperiode vorgeschlagen. Neben sich selbst, stellte er die bisherigen Mitglieder Achim Weiss und Arnold Bahlmann auf sowie Maximilian Ardelt, Boris Maurer und Axel Rückert.

Diese sechs Kandidaten hatten eines gemeinsam: sie haben keine Verbindungen zum Großaktionär Drillisch, der zuletzt 22 Prozent an Freenet hielt. Nun da Drillisch sich bei der Hauptversammlung durchgesetzt hat, dürfte die bisherige Freenet-Führung ebenfalls keine große Zukunft mehr haben.

Die Drillisch-Beteiligung an Freenet stammt aus einem gescheiterten Übernahmeversuch. Im Jahr 2007 wollte Drillisch freenet gemeinsam mit dem Internetunternehmen United Internet übernehmen und dann aufspalten. Drillisch wollte die Mobilfunksparte übernehmen, während United Internet ein Auge auf das DSL-Geschäft geworfen hatte. Das Vorhaben scheiterte jedoch.

Von

dpa

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