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05.02.2016

01:59 Uhr

Karriere-Netzwerk Linkedin

Kurseinbruch schürt Angst vor Dotcom-Crash 2.0

VonAxel Postinett

Linkedin überrascht die Analysten mit einem hohen Verlust. Zudem belastet ein schwacher Ausblick auf das laufende Quartal die Aktie. Das Karriere-Netzwerk symbolisiert einen Umbruch in der Tech-Welt.

Linkedin reiht sich ein in die Reihe entzauberter ehemaliger New-Economy-Highflyer. Die High-Tech-Welt spaltet sich auf in Gewinner und Verlierer. Reuters

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Linkedin reiht sich ein in die Reihe entzauberter ehemaliger New-Economy-Highflyer. Die High-Tech-Welt spaltet sich auf in Gewinner und Verlierer.

San FranciscoSchlimmer konnte es kaum noch kommen. Linkedin, die dominierende Online-Plattform für Berufstätige und Personalabteilungen in Unternehmen, wies am Donnerstag einen überraschend hohen Verlust aus und verschreckte mit einem schwachen Ausblick auf das laufende Quartal. Die Aktie lag eine Stunde nach Börsenschluss um 28 Prozent im Minus bei 138 Dollar. Vor einem Jahr notierte der Wert noch im Hoch bei 270 Dollar.

Zuerst sah alles noch irgendwie normal aus, so wie gewohnt. Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie, der mit 94 Cents höher lag als die Erwartungen der Analysten. Doch die Fallen lauern, wie so oft, im Kleingedruckten. Es ist der sogenannte „bereinigte Gewinn“.

Da rechnet ein Unternehmen eben raus, was entweder eine einmalige Sache ist, oder nach Meinung des Managements nicht berücksichtigt werden sollte. Diese Praxis erfreut sich vor allem im Silicon Valley exzessiver Beliebtheit.
Nimmt man dagegen den offiziellen Standard zur Rechnungslegung von börsennotierten Unternehmen in den USA, „GAAP“ genannt, verwandelt sich das Ergebnis in ein Minus von sechs Cents pro Aktie, dreimal so viel wie die zwei Cents pro Aktie des Vorjahresquartals.

Der Nettoverlust im Quartal lag bei minus acht Millionen Dollar nach einem Gewinn von 2,9 Millionen im Vorjahr. Zum Verständnis der Nervosität bei den Aktionären hilft ein Blick auf das Gesamtjahr: Der Verlust im Jahre 2014 betrug noch 15,3 Millionen Dollar. 2015 waren es 166 Millionen Dollar.

Auf der Habenseite ist ein Umsatzplus zu verbuchen, doch das war nicht genug, um die Stimmung aufzuhellen. Das Umsatzwachstum mit einem Plus von 34 Prozent auf 862 Millionen Dollar ist immer noch beeindruckend, jedoch ist die Wachstumsrate seit mehreren Quartalen auf dem absteigenden Ast und für das laufende Quartal wird mit 820 Millionen Dollar gerechnet, was zum Vorjahrsquartal nur noch ein Plus von 28 Prozent wäre. Analysten hatten im Schnitt mit 866 Millionen gerechnet. Der „bereinigte“ Gewinn pro Aktie fällt ebenfalls laut Linkedin auf voraussichtlich 55 Cents. Ein Indikator, dass der „reale“ Gewinn nach GAAP im ersten Quartal 2016 wieder tief im Minus enden wird.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Dadurch bekommt wiederum die schwache Umsatzprognose langfristig eine stärkere Gewichtung: Je geringer das Umsatzwachstum, umso schwieriger wird es in Zukunft, einen Gewinn einzufahren. Das Problem sind kontinuierlich steigende Kosten. Der Umsatz in allen Kernbereichen von Linkedin wie Abo-Einnahmen und Unternehmensdienstleistungen stieg, doch die Kosten stiegen mit 39 Prozent überproportional. Nimmt man jetzt noch die unverkennbaren Spuren einer weltwirtschaftlichen Abkühlung dazu, sieht es für ein Unternehmen, das von einem prosperierenden Arbeitsmarkt abhängt, kurzfristig nicht wirklich gut aus.

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