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30.03.2014

16:33 Uhr

Kartellamt

Funke kann Springer-Blätter bald übernehmen

ExklusivDie Funke Mediengruppe kann wie geplant die Printtitel von Springer übernehmen. Die Bedenken des Bundeskartellamtes konnte der Medienkonzern wohl aus dem Weg räumen - mit einer diplomatischen Lösung.

Die Programm- und Frauenzeitschriften „Bild der Frau“, „Funk Uhr“, „TV Neu“ und „Hörzu“ könnten schon bald der Funke Mediengruppe gehören. dpa

Die Programm- und Frauenzeitschriften „Bild der Frau“, „Funk Uhr“, „TV Neu“ und „Hörzu“ könnten schon bald der Funke Mediengruppe gehören.

DüsseldorfEin Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung des Funke-Springer-Deals, der die Übernahme mehrerer Zeitungen und Zeitschriften von Axel Springer durch die Essener Funke Mediengruppe vorsieht, könnte schon bald aus dem Weg geräumt sein. Für den Erwerb der Springer-Programmzeitschriften durch Funke, gegen den sich bisher das Bundeskartellamt sträubt, gibt es offenbar eine Lösung, erfuhr das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus Branchenkreisen.
Bisher hatte Funke angeboten, mehrere Blätter an die Mediengruppe Klambt aus Speyer weiterzureichen. Mit diesem Kompromiss hatte sich das Kartellamt aber nicht zufrieden gegeben, da die Pfälzer den Erwerb auch durch ein Verkäuferdarlehen Funkes finanzieren sollten, das den Westdeutschen erhebliche Durchgriffsrechte auf die Klambt-Tochter zugesichert hätte, die künftig die Titel herausgeben wird.

Springers digitales Geschäft

Ehrgeizige Ziele

2012 verdiente der Springer-Konzern erstmals mehr mit seinem Digital-Geschäft als mit Print. In den ersten drei Quartal des laufenden Geschäftsjahres erreichten die digitalen Erlöse knapp 40 Prozent. Unter dem Dach des Medienkonzerns gibt es nicht nur die Online-Ableger der klassischen Printprodukte. Ein Überblick.

Zeitungen und Magazine im Netz

Die digitalen Ableger von Springers Printprodukten sind stark. Bild.de ist die meistgeklickte Nachrichtenseite Deutschlands, rund 12 Millionen Nutzer rufen die Seite pro Monat auf. Auch Computerbild.de und Welt Online zählen zu den beliebtesten journalistischen Angeboten im Netz.

Blog für Gründerszene

Im Juni 2014 übernahm Springer die Firma Vertical Media, die vor allem für das Blog Gründerszene.de bekannt ist. Zu ihr gehören auch die englischsprachige Webseite Venture Village, eine Jobbörse und mehrere Veranstaltungsreihen.

Vergleichs- und Rubrikenportale

Springer verfügt über zahlreiche Serviceportale zu unterschiedlichen Themen – etwa den Preisvergleich Idealo oder den Online-Prospektedienst Kaufda, der die Angebote regionaler Geschäfte zusammenfasst. Auch Autokäufer hat das Berliner Verlagshaus mit seiner 50-prozentigen Beteiligung an autohaus24.de auf dem Radar.

Schwerpunkt Immobilien und Karriere

Springers digitales Geschäft beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Mit Seloger besitzen die Berliner Frankreichs führendes Immobilienportal, in Deutschland betreibt Springer das Immobilienportal Immonet. Im vergangenen Jahr übernahm Recruiting-Portal und Springer-Tochter Stepstone den britischen Konkurrenten Totaljobs.

Marketing-Unternehmen im Portfolio

Das Verlagshaus ist mehrheitlich an Zanox beteiligt. Das Unternehmen ist auf erfolgsbasiertes Online-Marketing spezialisiert. Der Werbekunde zahlt hierbei nur, wenn der Verbraucher tatsächlich etwas kauft. 2012 setzte Zanox 457 Millionen Euro um.

Die Wettbewerbshüter sahen deshalb in dem Käufer einen Strohmann. Nun soll der Springer-Konzern, der Klambt ebenfalls ein Darlehen gewähren will, auch das Darlehen von Funke übernehmen. Dies wäre kartellrechtlich unproblematisch, da sich das Berliner Medienhaus aus dem Markt der Programmzeitschriften komplett zurückziehen wird.

Von

khr

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