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09.09.2013

14:18 Uhr

Kartellstreit

Google will mit Zugeständnissen Milliardenstrafe entgehen

Sei 2010 läuft ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern Google – es droht eine Milliardenstrafe. Nun geht der Streit in die nächste Runde: Der EU-Kommission liegt ein neuer Vorschlag des Internet-Riesen vor.

Die EU-Kommission wirft Google vor, seine Marktposition missbraucht zu haben. Reuters

Die EU-Kommission wirft Google vor, seine Marktposition missbraucht zu haben.

BrüsselIm Streit um sein Suchmaschinen-Geschäft will der Internetkonzern Google der EU-Kommission weiter entgegen kommen. Auf diese Weise will Google einer Milliarden-Strafe in der seit drei Jahren dauernden Auseinandersetzung entgehen. „Die EU-Kommission hat einen neuen Vorschlag von Google erhalten und prüft ihn“, bestätigte ein Kommissionssprecher am Montag in Brüssel auf Anfrage. Details wollte er nicht nennen. Ein Google-Sprecher sagte, der Vorschlag des Internetriesen „dreht sich um alle vier Kritikpunkte“ der Kommission.

Die EU-Kommission hatte im November 2010 ein Kartellverfahren gegen Google eröffnet und droht mit einer hohen Geldbuße von maximal zehn Prozent des Unternehmensumsatzes. Brüssel will verhindern, dass der US-Konzern seine Marktposition missbraucht.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Der Vorwurf lautet, Google habe bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Konkurrenzangeboten bevorzugt. Dadurch fühlen sich Konkurrenten wie Microsoft benachteiligt. Dabei geht es um spezialisierte Bereiche wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Hotelsuche. Google ist in Europa unangefochten die Nummer Eins mit zum Teil über 90 Prozent Marktanteil bei der Internet-Suche.

Erste Zugeständnisse von Google hatten EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia nicht ausgereicht. Der Google-Sprecher erklärte, weiter mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten, um den Fall zu klären. Eine Frist für eine Entscheidung gibt es nicht. In den USA waren ähnliche Ermittlungen der amerikanischen Wettbewerbshüter für Google glimpflich ausgegangen.

Von

dpa

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