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31.08.2011

20:15 Uhr

Kartellstreit

Verkauf von T-Mobile USA steht auf der Kippe

VonNils Rüdel, Markus Ziener, Rolf Benders

Die US-Kartellwächter wollen den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T verbieten. Anleger reagieren schockiert auf das mögliche Scheitern des Verkaufs der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom.

Der Verkauf von T-Mobile in den USA könnte doch noch fehlschlagen. dapd

Der Verkauf von T-Mobile in den USA könnte doch noch fehlschlagen.

WashingtonEs hätte der große Befreiungsschlag für die Telekom mit ihrer chronisch schwächelnden US-Mobilfunktochter T-Mobile USA werden sollen. Doch der geplante Verkauf an den US-Telekommunikationsriesen liegt nun erst einmal auf Eis: Das US-Justizministerium hat vor einem Bundesgericht Klage gegen den 39 Milliarden Dollar schweren Deal eingereicht.

Durch den Verkauf würde „der Wettbewerb signifikant eingeschränkt“, hieß es am Mittwoch zur Begründung. Die Gefahr bestehe, dass ein bedeutender Wettbewerber aus dem Mobilfunkmarkt verschwinde. „Die Kombination von AT&T und T-Mobile hieße für Millionen Kunden in den Vereinigten Staaten höhere Preise, weniger Auswahl und schlechtere Qualität“, schrieb das Justizministerium in einer Stellungnahme. Mit der Klage will die US-Regierung verhindern, dass der Deal in die Tat umgesetzt wird. Nun liegt der Fall vor Gericht.

Nachdem die Nachricht in der Welt war, stürzte die Aktie der Deutschen Telekom ein. Der Kurs fiel an der Frankfurter Börse binnen Minuten von einem deutlichen Plus um mehr als sechs Prozent. Auch die Aktie von AT&T verlor an der New Yorker Börse an Wert. Die Papiere des Konkurrenten Sprint schossen dagegen um fast zehn Prozent nach oben.

Die Telekom und AT&T kündigten an, mit allen Mitteln gegen die Klage des Ministeriums kämpfen zu wollen. „Die Entscheidung des amerikanischen Department of Justice, Rechtsmittel im Rahmen des Genehmigungsprozesses für die Übernahme der T-Mobile USA durch AT&T einzulegen, bedeutet nicht das Aus für die geplante Transaktion“, erklärte die Telekom. „Wir werden zusammen mit AT&T für die geplante Transaktion auch vor Gericht eintreten.“

Aufsichtsrechtlich hat in den USA die Federal Communications Commission (FCC) die Entscheidung über solche Fusion zu treffen. Deren Chef, Julius Genachowski, erklärte gestern: „Wettbewerb ist ein essentieller Bestandteil der Analyse der FCC und auch wenn diese noch nicht abgeschlossen ist, sind durch die bisherigen Untersuchungen erhebliche Bedenken hinsichtlich des Einflusses dieser Transaktion auf den Wettbewerb entstanden.“

Kritiker befürchten eine übermächtige Stellung von AT&T auf dem Mobilfunkmarkt, sollte sich der Telefonriese den deutschen Mobilfunker einverleiben. Nach der Bekanntgabe der Pläne im März hatten Verbraucherschutzorganisationen und Wettbewerber gegen die Übernahme protestiert. AT&T könnte nun vor Gericht gegen die Anordnung des US-Justizministeriums vorgehen.

Sollte die Übernahme scheitern, könnte vor allem T-Mobile unter Druck geraten. Die Muttergesellschaft Deutsche Telekom hatte bereits angekündigt, kein weiteres Geld in das US-Tochterunternehmen zu investieren. AT&T hat T-Mobile jedoch zur Entschädigung, falls der Deal platzen sollte, drei Milliarden Dollar und Netzrechte im Milliardenwert versprochen.

Kommentare (13)

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Markus

31.08.2011, 16:50 Uhr

Das war fast klar, das das nichts wird. Beide Konzerne würden in den USA eine viel zu große Marktmacht besitzen.

Das wird wohl das nächste Milliardengrab der Telekom in dem massiv Kapital verbrannt wurde.

IchSageNurHollywood

31.08.2011, 17:30 Uhr

Es ging nicht um die Marktmacht. Es ging einzig und allein darum, einem deutschen Unternehmen zu schaden.

P.S. Kennt irgendjemand ein deutsches Unternehmen, das jemals erfolgreich war in den USA?

Woher kommt eigentlich dieser Irrglaube, daß man unbedingt in den USA präsent sein muß?

Die Amis können nichts, sind arrogant, hinterhältig, ...
Sie leben auf Kosten der restlichen Welt und glauben doch tatsächlich, daß sie der Nabel der Welt sind.

Ich hätte den Dollar, dieses wertlose Papier, schon längst den Bach runter gehen lassen - ebenso den auf Pump finanzierten US-Absatzmarkt. Beides braucht kein Mensch.

Früher oder später werde ich recht bekommen. Wahrscheinlich früher.

Account gelöscht!

31.08.2011, 18:12 Uhr

Selten so einen Unsinn gelesen, Woher kommt dieser latente antiamerikanismus in D? Ich verstehe es nicht.
Ein deutsches Unternehmen das erfolgreich in den USA war? Na dutzende! Ich fang mal mit Aldi an, unsere Autofirmen, Stihl, Kärcher und wenn es auch keine rein deutschen Unternehmen mehr sind: Maggi, Knorr, Pfanni, (das dort Panni heißt). In jedem WalMart gibt es Hansaplast zu kaufen und und und.
Eines möchte ich noch bemerken der Dollar und der Euro, ich bin mir sicher den Euro wird es nicht mehr lange geben und das ist gut so - den Dollar, den wird es noch sehr lange geben.
Ist ihnen schon aufgefallen, daß wir in Europa keinerlei Freunde haben? Deutsch - französiche Freundschaft? Daß ich nicht lache, wir haben hier in Europa nur Freunde wenn wir deren Schulden bezahlen. Nicht mal Österreich ist uns freundlich gesonnen. Bei den USA ist das anders, das sind unsere wirklichen Freunde, na ja vielleicht noch Finnland und Schweden.
Und noch was, die USA haben bisher immer ihre Schulden bezahlt - im Gegensatz zu den europäischen Staaten - und Deutschland.
T-Mobile stellt sich in den USA sehr dumm an, sie bieten den gleichem Mist an wie die anderen. Sie sollten sich mal was anderes einfallen lassen als diese blöden airminutes wo man für jedes Gespräch ob eingehend oder ausgehend bezahlen muß, Vielleicht sollten sie es mal mit den deutschen Tarifsystem versuchen?

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