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15.04.2015

12:10 Uhr

Kartellverfahren der EU-Kommission

Wie Google sich verteidigt

VonChristof Kerkmann

Die EU-Kommission hat offiziell ein Kartellverfahren gegen Google eingeleitet. Mit Hilfe von Daten will sich die Firma wehren und einer Milliardenstrafe entkommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei Deutschland.

In einem internen Memo verweist Google unter anderem auf Nutzerzahlen von Einkaufsportalen in Deutschland und will damit zeigen, dass Google Shopping den Erfolg anderer Einkaufsportale nicht beeinflusst habe. Die Zahlen beschreiben die Nutzer (Unique Visitors im Monat), 35 Millionen ist die Spitze der Skala. Klicken Sie auf die Grafik für die vollständige Ansicht. Google via Re/Code

Mit solchen Charts verteidigt sich Google

In einem internen Memo verweist Google unter anderem auf Nutzerzahlen von Einkaufsportalen in Deutschland und will damit zeigen, dass Google Shopping den Erfolg anderer Einkaufsportale nicht beeinflusst habe. Die Zahlen beschreiben die Nutzer (Unique Visitors im Monat), 35 Millionen ist die Spitze der Skala. Klicken Sie auf die Grafik für die vollständige Ansicht.

DüsseldorfEs wird ernst für Google: Die EU-Kommission hat ein formelles Kartellverfahren gegen den US-Konzern eingeleitet. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte am Mittwochmittag auf einer Pressekonferenz in Brüssel, dass Google seinem eigenen Preisvergleichsdienst Google Shopping einen unfairen Vorteil verschafft habe.

Sollte die Kommission in dem Verfahren zu dem Ergebnis kommen, dass das Unternehmen seine dominierende Position bei der Internet-Suche missbrauche, droht eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Rechnerisch sind das auf das vergangenen Jahr bezogen bis zu 6,6 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro).

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Die Kläger werfen dem Internetkonzern vor, in seinen Suchergebnissen eigene Spezialdienste zu bevorzugen – Experten sprechen auch von vertikalen Suchen. Wer beispielsweise „Hotel Berlin“ eingibt, sieht zum einen bezahlte Anzeigen oben und an der Seite, zum anderen einen Kasten mit teils bezahlten Resultaten, die von Google stammen. Erst darunter steht der erste Link, den der Algorithmus zutage gefördert hat.

Das Google-Management ist aufgeschreckt: In einer langen E-Mail bereitet es die Mitarbeiter auf Negativschlagzeilen vor – und legt die Verteidigungsstrategie dar. Google wehrt sich mit einer Variante seines Standardargumentes: „Der Wettbewerb ist nur einen Klick entfernt – und er wächst”, heißt es in der internen E-Mail, die das Technologieblog Recode veröffentlicht hat.

Es gebe alternative Suchmaschinen wie Bing, Yahoo, Quora und Duckduckgo, eine Reihe neuer Suchassistenten auf Smartphones wie Siri und Cortana, dazu spezialisierte Suchen wie Amazon, Idealo, Expedia und Ebay. Außerdem suchten viele Nutzer immer häufiger in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter nach Nachrichten und Vorschlägen für Restaurants und Filme.

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Als Beispiel führt Google eine Statistik der größten Online-Händler in Deutschland an. Die mit Abstand am meisten Besucher haben Amazon und Ebay, Google Shopping ist demnach weit abgeschlagen und in der nicht sehr genauen Grafik irgendwo auf dem Niveau von XXL-Rabatte.de und Rakuten.

Allerdings geht der Konzern nicht darauf ein, dass kleine Portale fast ausschließlich über die Suchmaschine gefunden werden – und somit die Abhängigkeit von einer guten Platzierung bleibt. „Da wird die marktbeherrschende Stellung bei der Suche ausgenutzt, um bei vertikalen Suchen wie Branchenbüchern oder Shopping-Ergebnissen die eigenen Google-Produkte nach vorne zu rücken“, sagt Volker Köllmann dem Handelsblatt. Köllmann ist Sprecher des Verbands freier Telefonbuchverleger (VfT), der sich an der Beschwerde beteiligt hat.

Kommentare (1)

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Herr peter Spirat

15.04.2015, 13:52 Uhr

Commerzbank muss Milliarden-Strafe in den USA zahlen
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Ich finde auch, das Geld müssen wir uns zurück holen.

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