Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2014

12:57 Uhr

Kartellvorwürfe

Apple beendet E-Book-Streit außergerichtlich

Apple soll den Preis für E-Books durch die Einführung des iPads deutlich erhöht haben. Dem US-Konzern drohte eine Strafzahlung von 840 Millionen Dollar. Nun hat sich das Unternehmen außergerichtlich einigen können.

Im Streit um Preisabsprachen bei elektronischen Büchern hat sich Apple außergerichtlich geeinigt. ap

Im Streit um Preisabsprachen bei elektronischen Büchern hat sich Apple außergerichtlich geeinigt.

BangaloreApple hat im Streit um Preisabsprachen bei elektronischen Büchern mit den US-Bundesstaaten und Verbrauchern eine außergerichtliche Einigung erzielt. Details der Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt. Dem US-Technologiekonzern drohten Schadenersatzzahlungen in Höhe von bis zu 840 Millionen Dollar. Die Kläger warfen Apple und den beteiligten Verlagen vor, beim iPad-Start vor vier Jahren die Preise für E-Books mit einer Art Buchpreisbindung künstlich erhöht zu haben. Das Bezirksgericht von Manhattan forderte die Parteien am Montag auf, die Genehmigung für die Einigung innerhalb von 30 Tagen zu beantragen.

Der Fall begann mit einer Klage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage. Als Apple im Frühjahr 2010 zur Markteinführung seines iPad-Tablets auch einen E-Book-Store starten wollte, war Amazon die dominierende Kraft in dem Geschäft. Der Online-Händler verkaufte die elektronischen Büchern zum Teil mit deutlichen Rabatten. Apple bot den Verlagen hingegen ein sogenanntes „Agentur-Modell“, das im Kern der deutschen Buchpreisbindung ähnelt: Sie selbst bestimmten den Preis der E-Books. Mit Rückenwind des Apple-Deals setzte die Buchbranche das System auch bei Amazon durch.

Die Neuerungen von Apple

Auffrischung für die Software

Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC zahlreiche Neuerungen für seine beiden Betriebssysteme iOS und OS X angekündigt. Ein Überblick.

Neues Design für OS X

Äußerlich werden sich die Betriebssysteme für Mac und Smartphone immer ähnlicher: OS X ist stark an das flache Design von iOS angelehnt.

Eigener Cloud-Speicher

Apple stellt Nutzern seinen Cloud-Speicher iCloud Drive zur Verfügung. Die dort abgelegten Dateien lassen sich auch mit dem Dateimanager Finder durchsuchen. Zugriff haben Nutzer nicht nur mit Apple-Produkten, sondern auch Windows-Geräten.

Arbeiten auf allen Geräten

Mit einer Funktion namens „Continuity“ (Kontinuität) will Apple ermöglichen, die Geräte miteinander zu verzahnen. Wer beispielsweise ein Dokument auf dem Mac anlegt, kann es ohne Probleme auf dem iPad weiterbearbeiten. Zudem lassen sich mit dem Mac oder iPad Anrufe vom iPhone entgegennehmen.

Schlaue Tastatur fürs iPhone

Bislang können iPhone- und iPad-Nutzer keine Tastaturen anderer Entwickler installieren, wie das bei Android-Geräten möglich ist. Künftig erlaubt Apple Alternativen wie Swype. Gleichzeitig motzt das Unternehmen seine eigene Tastatur auf und schlägt beim Tippen Wörter vor, die zum Kontext passen.

Fitness-Tagebuch zum Mitnehmen

Mit iOS 8 bringt Apple eine Anwendung namens HealthKit heraus, in der Nutzer über Gesundheits- und Fitness-Daten protokollieren können. In die App lassen sich auch Daten von anderen Anbietern einspeisen, etwa Fitness-Trackern.

Anleihen von Whatsapp

Apple hat seine Nachrichten-App Messages gründlich überarbeitet und sich dabei von diversen Konkurrenten inspirieren lassen. So ist es jetzt auch möglich, Audio- und Videoaufnahmen zu verschicken – wie bei Whatsapp. Zudem kann der Absender festlegen, dass sich eine Nachricht nach einer bestimmten Zeit selbst löscht – wie bei Snapchat.

Schneller reagieren

Eben schnell eine Nachricht beantworten: Mit iOS 8 können Nutzer direkt aus dem Informationszentrum reagieren, ohne die entsprechende App öffnen zu müssen. Auch die Anwendungen anderer Unternehmen sollen sich von dort aus steuern lassen.

Das US-Justizministerium warf Apple und den Verlagen daraufhin im April 2012 vor, mit illegalen Absprachen höhere Preise durchgesetzt zu haben. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei und zahlten mehr als 166 Millionen Dollar. Apple ließ dagegen auf einen Prozess in New York ankommen - und verlor. Der Konzern musste unter anderem einen vom Gericht eingesetzten Aufseher zulassen. Die Berufung in diesem Fall läuft noch.

In einer zweiten Welle klagten auch Staatsanwälte aus mehreren US-Bundesstaaten und Verbraucher. Sie gingen davon aus, dass die Verbraucher wegen der Apple-Deals rund 280 Millionen Dollar mehr bezahlen musste und forderten den dreifachen Betrag.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×