Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.06.2012

14:29 Uhr

Kartellwächter prüfen

Orange-Austria-Deal droht zu scheitern

Die Übernahme von Orange Austria an Hutchison stößt auf den Widerstand der Wiener Kartellwächter. Kritisch sehen sie vor allem den geplante Weiterverkauf von Unternehmensteilen an Telekom Austria.

Das Logo von „Orange“ und das von Hutchisons „3G“in Wien. Reuters

Das Logo von „Orange“ und das von Hutchisons „3G“in Wien.

WienDer milliardenschwere Verkauf des österreichischen Mobilfunkanbieters Orange an den Hutchison-Konzern droht am Widerstand der Kartellwächter zu scheitern. Die Bundeswettbewerbsbehörde in Wien brachte am Donnerstag erneut ihre Bedenken gegen den Deal zum Ausdruck und nahm sich mindestens fünf weitere Monate Zeit für eine vertiefte Prüfung.

Die Österreicher untersuchen nur einen Teil der komplexen Transaktion, der allerdings nach Darstellung der Unternehmen Voraussetzung für das Zustandekommen der gesamten Übernahme ist: Orange soll für 900 Millionen Euro an den kleineren Konkurrenten Hutchison3G Austria gehen. Hutchison will Orange aber nicht komplett übernehmen, sondern deren Billigtochter Yesss! gemeinsam mit Frequenzen und Sendestandorten für 390 Millionen Euro an Österreichs Marktführer Telekom Austria weiterverkaufen.

Dieser "kleinere" Deal stößt auf Widerstand der österreichischen Kartellwächter. Sie fürchten Preiserhöhungen durch einen mangelnden Wettbewerb bei Wertkarten-Handys: Die Orange-Tochter Yesss! trete derzeit mit aggressiven Preisen am Markt auf und sei der einzige Mitbewerber der Telekom-Billigmarke bob. Mit der Übernahme würde dieser Wettbewerb wegfallen.

"Beide Anbieter haben die Bedenken der Wettbewerbsbehörde bislang nicht ausräumen können", hieß es in der Mitteilung der Wettbewerbshüter. Telekom und die Yesss!-Mutter Orange hätten eine Frist zur Stellungnahme verstreichen lassen. "Die BWB bedauert, dass die Parteien trotz Bemühungen nach vier Monaten nicht zu Zugeständnissen bereit waren", hieß es weiter.

Der Orange-Käufer Hutchison erklärte, die vertiefte Prüfung der Österreicher nehme eine endgültige Entscheidung über den Ausgang des Verfahrens noch nicht vorweg. "Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass die BWB den Verkauf genehmigen wird", sagte Hutchison 3G Austria-Chef Jan Trionow. Die Telekom wollte sich zunächst nicht äußern.

Nach den Daten der österreichischen Behörde käme die Telekom nach einer Übernahme von Yesss! bei Breitband-, Festnetz und Mobilfunkkunden auf einen Marktanteil von 53,3 von 49,1 Prozent vor der Übernahme. Hutchison und Orange kämen gemeinsam auf knapp 18 Prozent vor dem dann kleinsten Anbieter T-Mobile Austria (Deutsche Telekom ) mit gut sieben Prozent.

Die "große" Übernahme von Orange durch Hutchison wird nicht in Österreich, sondern von der EU-Kommission geprüft. "Hier gibt es von der Kommission ebenfalls zahlreiche Bedenken", hieß es in der Mitteilung der Wiener Kartellwächter.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×