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16.11.2012

02:22 Uhr

Karten-Kampf

Google testet neue Karten-App fürs iPhone

VonMichaël Jarjour

Vielleicht gibt es bald eine Alternative zu den viel kritisierten Apple-Karten auf dem iPhone: Nach einem Medienbericht legt Google momentan letzte Hand an eine eigene Karten-App.

Apple hat viel Kritik für seinen Kartendienst einstecken müssen. Nun scheint es so, als ob iPhone-Nutzer bald wieder eine App von Google nutzen können. Reuters

Apple hat viel Kritik für seinen Kartendienst einstecken müssen. Nun scheint es so, als ob iPhone-Nutzer bald wieder eine App von Google nutzen können.

New YorkBald könnte es für das iPhone wieder eine Karten-App von Google geben: Tester haben nun offenbar eine erste Version erhalten. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Es sei allerdings unklar, wann die Zulassung für Apples iTunes Store beantragt werde. Apple hatte den Dienst des Rivalen in der neuen Version seines Betriebssystems iOS von seinen Geräten verbannt und eine selbstentwickelte App eingebunden, die aber wegen etlicher Mängel in die Kritik geriet.

Die Einführung des Dienstes Apple Maps wurde von harscher Kritik und Hohn von Nutzern begleitet; viele der Daten waren ungenau oder falsch. Zudem fehlten Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Medienberichten zufolge war das Debakel einer der Hauptgründe für die Entlassung von Software-Chef Scott Forstall letzten Monat.

Google hatte bei der Einführung der neuen Apple-Karten angekündigt, eine Ersatz-App mit Kartenmaterial für iPhone und iPad anzubieten, ohne ein genaues Veröffentlichungsdatum zu nennen. „Unser Ziel ist es, die Karten für jeden zugänglich zu machen, egal welches Gerät, welchen Browser oder welches Betriebssystem jemand benutzt“, erklärte ein Google-Sprecher. Eines der Hauptfunktionen der neuen Google-App für iOS-Geräte soll ein Navigationssystem sein. Die Google-Karten lassen sich derzeit über den Browser nutzen, was aber weniger bequem ist als eine App.

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Digitale Karten gelten als eines der wichtigsten Elemente im mobilen Computermarkt der Zukunft. Nicht nur Google und Apple konkurrieren hier: Auch der Handyhersteller Nokia, der 2007 den Kartenhersteller Navteq übernommen hatte, kündigte kürzlich ein neues Angebot namens „Here“ an, das auch auf den Geräten anderer Unternehmen laufen soll.

Das Verschwinden der Google-Karten war Zeichen der wachsenden Rivalität zwischen den einstigen Partnern. Der Internet-Konzern zählt mit dem mobilen Betriebssystem Android zu den schärfsten Apple-Rivalen im mobilen Geschäft. Der iPhone-Hersteller hatte auch Googles Videoportal Youtube vom iPhone verbannt, jedoch hatte Google schon bald eine eigene Video-App herausgebracht.

Kommentare (2)

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Ei_Phone

16.11.2012, 07:41 Uhr

Apple hätte mal vorher das Gehirn einschalten sollen, bevor sie die alte Google-Map und die YouTube-App aus iOS 6 verbannt haben. Apple hat durch den Frust der Nutzer schweren Schaden erlitten. Apple wollte durch den nachträglichen Verkauf der Apps wohl unbedingt mitverdienen. Dass Google und YouTube jetzt noch besser Werbung platzieren kann und dadurch deren Marktanteil und Gewinn steigt, ist Apple nicht in den Sinn gekommen. Was haben die denn gedacht? Wenn YouTube nicht mehr drauf ist, dann will es auch keiner mehr? Wenn man Google-Map durch eine billige Eigenlösung ersetzt, dann wird das die Applekunden nicht stören? In meinem Bekanntenkreis sind inzwischen einige ehemalige iPhone-Fans auf Samsung Galaxy umgestiegen. Ich habe noch das iPhone 3GS und muss schwer überlegen, ob das nächste noch ein iPhone sein wird. Apple sollte mal wieder ein bisschen in das eigene Image investieren. Zur Kundenfreundlichkeit gehört nicht nur ein schicker Laden in dem die Verkäufer einem alles vorführen und erklären. Dazu gehört auch, dass man die Kunden nicht ständig bevormundet.

J_Mohr

16.11.2012, 08:38 Uhr

Liebes Handelsblatt Team, überprüft niemand die Artikel auf Fehler vor Veröffentlichung? ;)

"Eines der Hauptfunktionen"
"... dank lokalen Anzeigen"

Ansonsten guter Artikel! Gebe meinem Vorredner Recht. Da hat Apple in dem Augenblick nur von der Wand bis zur Tapete gedacht. Die Google Maps App werde ich laden, ebenso wie ich die Youtube App geladen habe.
Vielleicht war die Entscheidung aber durch ganz andere Faktoren motiviert, die wir als Outsider nicht nachempfinden können.

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