Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.08.2013

19:10 Uhr

Kartendienst

Apple sucht den richtigen Weg

VonChristof Kerkmann

Es war ein Debakel für Apple: Der Kartendienst des iPhone-Herstellers musste viel Kritik einstecken. Deswegen will der Konzern seine Technologie durch diverse Zukäufe aufrüsten. Dennoch ist der Weg noch weit.

Ein Smartphone ohne digitale Landkarten ist heute undenkbar – deswegen arbeitet Apple an einem eigenen Dienst. dpa

Ein Smartphone ohne digitale Landkarten ist heute undenkbar – deswegen arbeitet Apple an einem eigenen Dienst.

DüsseldorfSatellitenbilder mit Wolken, Straßen mit Dellen, Städte an den falschen Stellen: Als Apple im Herbst 2012 seinen eigenen Kartendienst Maps vorstellte, war die Kritik groß. Der erfolgsverwöhnte Konzern musste bald zugeben, dass seine Anwendung für iPhone und iPad massive Fehler aufwies.

Doch der Konzern legt sich mächtig ins Zeug, um zum Rivalen Google und zu Nokia aufzuschließen. Allein in den letzten Wochen übernahm Apple drei Firmen, deren Dienste die Karten verbessern sollen. Das jüngst erworbene Start-up Embark entwickelt Apps mit Fahrplänen für den öffentlichen Nahverkehr in US-Städten. Doch trotz der Zukäufe hat der iKonzern noch viel zu tun, um seinen viel kritisierten Kartendienst konkurrenzfähig zu machen.

Ein Smartphone ohne digitale Landkarten ist heute undenkbar – es lotst nicht nur Autofahrer zur richtigen Adresse, sondern hilft auch Fußgängern tagtäglich bei der Orientierung. Es handle sich daher um einen „Hygienefaktor“ für mobile Betriebssysteme, schreibt der Analyst Horace Dediu vom Marktforscher Asymco: Wer sie hat, hebt sich nicht von der Konkurrenz ab, aber ohne geht es nicht.

Doch mit der Navigation ist das Potenzial der Geodienste längst nicht ausgereizt. Nokia, Google und Co. arbeiten an Programmen, die neben dem Standort auch die konkrete Situation berücksichtigen. Mithilfe der digitalen Karten können Nutzer interessante Geschäfte jenseits der Fußgängerzone entdecken oder Informationen über das historische Rathaus herunterladen. Und sie können den schnellsten Weg aus der Stadt berechnen lassen – beispielsweise zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Es ist ein Geschäft mit Zukunft: „Wir denken, dass Kontextdienste, die persönliche Daten und Ortsinformationen intelligent verknüpfen, ein großes Potenzial haben“, sagt Martin Garner, Analyst beim britischen Marktforscher CCS. Werbung spiele dabei eine Schlüsselrolle, betont der Mobilfunkspezialist. Apple wolle sich daher mit einem eigenen Kartendienst nicht nur aus der Abhängigkeit von Google befreien, dessen Maps-App bis zum Herbst 2012 die iPhone-Nutzer lotste; der IT-Riese habe vermutlich auch größere Ambitionen und wolle in das lukrative Geschäft mit den lokalen Anzeigen einsteigen.

Doch digitale Karten aufzubauen und zu pflegen ist teuer und schwierig. Teuer heißt: Es bedarf Investitionen in Milliardenhöhe, um die Technologie zu entwickeln und die Daten aktuell zu halten. Nokia zahlte beispielsweise 2007 für den Kartenanbieter Navteq 5,7 Milliarden Euro und steckt jedes Jahr rund zehn Prozent dieser Summe in die Sparte Here. Schwierig heißt: Es bedarf viel Erfahrung. Das musste Apple schmerzlich feststellen, als sein Dienst Maps mit zahlreichen Fehlern an den Start ging.

Das kommt nicht von ungefähr. Digitale Landkarten sind hochkomplexe Werke, die aus mehreren Schichten aufgebaut sind. Ganz unten verzeichnet sind geografische Informationen wie Grenzen, Küsten, Straßen und Gebäude – diese Daten kauft Apple von TomTom. Darüber liegen diverse Schichten, die Aktivitäten abbilden, etwa Verkehr und Baustellen oder Geschäftstätigkeit und Restaurantkritiken. Oben drauf können Informationen über den Nutzer selbst kommen. Ist er beispielsweise gerade auf Shopping-Tour oder beruflich unterwegs? Schlaue Dienste können dafür den Kalender auswerten.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rechner

24.08.2013, 02:34 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Rechner

24.08.2013, 02:39 Uhr

O-Ton Handelsblatt
-----------------------
Geflohen vor dem Bürgerkrieg kommen 5000 Syrer in den nächsten Wochen in aufgeheizter Stimmung in der Bundesrepublik an.
-----------------------

Der Praktikant der diesen Satz verbrochen hat war wohl auch in "aufgeheizter Stimmung".

realist

24.08.2013, 09:29 Uhr

......was haben die beiden obigen Beiträge mit Apple zu tun?
Es ist unglaublich, was in den Köpfen dieser Menschen vor sich geht.
Aber jetzt zu Apple. Diese Firma ist in großen Teilen ein Geldvernichtungsladen. Das was entwickelt wurde ist so kurzlebig wie ein Sonnenauf- und Untergang. Denn Morgen ist das was heute gesehen wurde schon überholt. Und dann zu diesen astronomischen Preisen. Was ist zu tun, um sich nicht an diesem Kesseltreiben zu betreiben? Nun, sich auf das Mindeste der elektronischen Geräteschaft zu beschränken. Und vom Rest sich fern zu halten. Es wird nichts verpaßt, wenn man nicht die neueste Version auf dem Tisch stehen hat..............

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×