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25.05.2013

02:19 Uhr

Kaufangebot

Yahoo flirtet mit Videodienst Hulu

Anfang der Woche hat Yahoo sich die Blog-Plattform Tumblr einverleibt. Nun will der Internetkonzern offenbar erneut in die Tasche greifen: US-Medien zufolge reichte Yahoo ein Kaufangebot für den Videodienst Hulu ein.

Mit der Wiederbelebung zweier Seifenopern hat der US-Videodienst Hulu im April Furore gemacht. Reuters

Mit der Wiederbelebung zweier Seifenopern hat der US-Videodienst Hulu im April Furore gemacht.

New YorkBei Yahoo-Chefin Marissa Mayer scheint das Geld derzeit ziemlich locker zu sitzen: Nur wenige Tage nach einem Milliarden-Zukauf hat der Internet-Pionier nach Medienberichten ein Gebot für den Videodienst Hulu abgegeben. Unter den weiteren Interessenten seien der Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable, der Satelliten-TV-Spezialist DirecTV und Finanzinvestoren wie KKR, berichteten das Blog „All Things D“ und das Fachblatt „Variety“ am Freitag weiter.

Bei Hulu können sich amerikanische Internet-Nutzer TV-Sendungen und Filme online ansehen. Einen großen Teil des Programms gibt es kostenlos und werbefinanziert, für einige Inhalte muss man zusätzlich bezahlen. Hulu hat vier Millionen Nutzer und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 700 Millionen Dollar.

Der Dienst gehört drei großen Playern der amerikanischen TV-Branche: Disney, Rupert Murdochs News Corp. und Comcast. Sie überlegen, Hulu zu verkaufen, haben allerdings noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Website getroffen.

Ursprünglich wollten die drei Eigentümer im Jahr 2011 nach Medienberichten mehr als zwei Milliarden Dollar für Hulu haben, inzwischen soll es um deutlich geringere Beträge gehen. Eine zentrale Frage ist, für welchen Zeitraum ein Käufer Lizenzen für die Inhalte bekommen würde. Der weltgrößte Online-Händler Amazon sei unterdessen aus dem Kreis der Interessenten ausgeschieden, schrieb „Variety“.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Kreise von mindestens fünf an Hulu interessierten Unternehmen, darunter Time Warner, DirecTV, der frühere Präsident von News Corp, Peter Chernin, und Guggenheim Digital Media. Chernin soll mindestens 500 Millionen Dollar geboten haben. Aus Kreisen verlautete jedoch, das Gebot sei zu niedrig, Hulu könnte zwischen einer und zwei Milliarden Dollar wert sein. Bei Yahoo war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Yahoo hatte erst Anfang der Woche den Kauf der Blog-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Mit Tumblr erhält Yahoo schlagartig Zugriff auf Millionen junge Internet-Nutzer und erhofft sich davon höhere Werbeeinnahmen.

Yahoo kauft Tumblr

Video: Yahoo kauft Tumblr

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Im ersten Quartal 2013 stagnierte der Umsatz von Yahoo und blieb hinter den Markterwartungen zurück. Die Zahl der Nutzer von Internet-Angeboten des Konzerns war rückläufig. Der Internet-Pionier kämpft seit Jahren mit einer Schwäche bei Online-Werbung und die von Google gekommene Marissa Mayer will mit radikalen Schritten die Wende schaffen.

Kommentare (3)

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gastritis

25.05.2013, 06:23 Uhr

Alles ein schlechtes Schauspiel verzweifelter Akte. Akt um Akt.

Account gelöscht!

25.05.2013, 07:05 Uhr

Was macht die Online-Werbebranche weltweit eigentlich für Umsätze?
Ich warte noch auf den nächsten Hype den Fliegen auf einem großen braunen Haufen etwas vorzusetzen, wo sie nur noch draufklicken müssen, und die Welt ist glücklich. Alle Konsumenten erfolgreich angegraben, wo auch immer.

Koerperklaus

25.05.2013, 08:52 Uhr

Mittlerweile geht mir der ganze Hype um diese Frau Mayer gewaltig auf die Nerven. Die Zeitungen (zufällig nicht in diesem Artikel) überschlagen sich mit Lobeshymnen auf Sie, dabei macht Sie das, was jeder andere für ein viel geringeres Jahreseinkommen auch machen würde: Wenn das eigene Produkt schlecht ist, kauf man einfach fremde Produkte hinzu; flickr, delicious, tumblr, hulu. Na was für ein Geniestreich.

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