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12.01.2007

12:49 Uhr

Kaufinteresse bleibt gering

BenQ Mobile: Finanzierung weiter offen

Die Interessenten stehen Schlange, doch Rettung für den insolventen Münchener Handyhersteller BenQ Mobile ist nach wie vor nicht in Sicht. Eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager sagte am Donnerstag, kein einziger potenzieller Investor hätte bis jetzt eine tragfähige Finanzierung auf die Beine gestellt.

HB DÜSSELDORF/MÜNCHEN. 15 Unternehmen hätten sich bereits beim nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium nach den Richtlinien für Landesbürgschaften erkundigt. Weniger als die Hälfte davon habe aber tatsächlich ein ernsthaftes Interesse bekundet, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag.

Wie seriös die übrigen Unternehmen seien, lasse sich nicht sagen: „In der Regel erkundigen sich die Unternehmen zuerst bei uns, bevor sie überhaupt mit den Banken sprechen“, hieß es im Ministerium. So habe keiner der Interessenten einen Finanzierungsplan vorgelegt.

Drei Investoren sind bislang an die Öffentlichkeit gegangen: ein deutsch-amerikanisches Konsortium, das kleine, defizitäre US-Unternehmen Sentex sowie die Hamburger Bacoc-Gruppe. Sentex werden dabei nur ganz geringe Chancen eingeräumt.

BenQ Mobile hat Ende September Insolvenz beantragt, nachdem die taiwanesische Mutter BenQ die Überweisungen an die defizitäre deutsche Tochter eingestellt hatte. Der Elektronikkonzern hatte das schwer angeschlagene Geschäft im Sommer 2005 von Siemens übernommen. Am 1. Januar wurde schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind die Zentrale von BenQ Mobile in München, ein Werk im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort sowie eine Außenstelle in Bocholt mit ehemals insgesamt 3 000 Mitarbeitern.

Derzeit sei völlig offen, ob die Interessenten den Kauf sowie den Weiterbetrieb des Unternehmens tatsächlich finanzieren könnten, sagte die Sprecherin des Insolvenzverwalters. Prager selbst sagte vergangene Woche, für Forschung und Entwicklung und neue Produkte müsste ein Investor einen dreistelligen Millionenbetrag mitbringen. Zum Vergleich: Die Bacoc-Gruppe, die BenQ-Mobile kaufen möchte, macht nach eigenen Angaben einen Umsatz von 95 Mill. Euro.

Im Internet werden derweil bereits die Computer von BenQ Mobile verkauft. Selbst wenn sich ein Käufer finden sollte, würde ein großer Teil der IT-Ausstattung nicht mehr gebraucht, hieß es beim Insolvenzverwalter.

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