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05.04.2013

06:50 Uhr

Kein eigenes Handy

Facebook will über Android die Smartphones erobern

Facebook-Chef Zuckerberg hat nicht gewagt, ein eigenes Smartphone auf den Markt zu bringen. Stattdessen stattet das soziale Netzwerk etwa Geräte von HTC mit einer maßgeschneiderten Plattform aus. Die Börse freut es.

Mark Zuckerberg: „Wir entwickeln kein Telefon und kein neues Betriebssystem“. Reuters

Mark Zuckerberg: „Wir entwickeln kein Telefon und kein neues Betriebssystem“.

Menlo ParkDas weltgrößte Online-Netzwerk Facebook geht in die Smartphone-Offensive. Gründer Mark Zuckerberg stellte am Donnerstag eine Erweiterung für das führende Smartphone-System Android vor, die Informationen von Facebook-Freunden in den Mittelpunkt stellt. Installiert man die Facebook-Software, schiebt sich das soziale Netzwerk ganz in den Vordergrund. Geräte-Hersteller werden eingeladen, die Zusatz-Software mit dem Namen „Facebook Home“ bereits ab Werk zu installieren. Als erstes Smartphone dieser Art wurde das neue Modell HTC First vorgestellt. Für die Aktie ging es am späten Donnerstag 3,1 Prozent nach oben.

Ein Telefon mit Facebook Home präsentiert auf dem Startbildschirm gleich auf den ersten Blick Neuigkeiten aus dem Freundeskreis sowie direkten Zugang zu Facebook-Funktionen. In diesem „Cover Feed“ werden Bilder und neue Einträge der Freunde bildschirmfüllend angezeigt. Der Nutzer kann direkt Bilder kommentieren oder Nachrichten von Freunden beantworten.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Außerdem tauchen Hinweise auf Nachrichten oder Internet-Anrufe aus dem Facebook-Messagingdienst am Bildschirmrand auf, auch wenn der Handynutzer sich gerade in einer anderen App bewegt. Man sieht dann ein kreisrundes Foto des Gesprächspartners ständig im Vordergrund und kann durch Antippen eine Unterhaltung starten oder fortsetzen. Diese Funktion nennt Facebook „Chat heads“.

HTC-Chef Peter Chou präsentierte das neue HTC First mit „Facebook Home“. Reuters

HTC-Chef Peter Chou präsentierte das neue HTC First mit „Facebook Home“.

Facebook habe sich gefragt: „Wie wäre es, wenn ein Handy nicht um Apps herum aufgebaut ist, sondern Menschen in den Mittelpunkt stellt?“, erläuterte Zuckerberg. „Wir entwickeln kein Telefon und kein neues Betriebssystem“, betonte er. Android sei als Betriebssystem so offen, dass Facebook die zusätzlichen Funktionen einbetten konnte. In dem geschlossenen iPhone-System ginge das nur unter Einbeziehung von Apple, betonte der zuständige Chefentwickler Corey Ondrejka. Ob es dazu Kontakte zwischen Facebook und Apple gibt, sagte er nicht.

Die Facebook-Home-Software wird in den USA vom 12. April an verfügbar sein, kurz darauf auch weltweit. Sie kann außer auf dem neuen HTC First zunächst auf fünf Geräten genutzt werden, die schon auf dem Markt sind, darunter Samsungs Galaxy S3 und Galaxy Note II sowie das Smartphone HTC One. Weitere Geräte und auch Tablet-Computer sollen mit der Zeit bei monatlichen Aktualisierungen der Software hinzukommen, sagte Ondrejka der dpa. Zunächst habe man den Kreis auf neuere Modelle beschränkt, auf denen die App garantiert gut laufe.

Für die Geräte-Hersteller eröffnete das Unternehmen das „Facebook Home“-Programm, damit sie die Software vorinstallieren können. Das HTC First dürfte noch im April auch in Deutschland verfügbar sein.

Facebook hat mehr als eine Milliarde Mitglieder, immer mehr von ihnen greifen inzwischen vom Smartphone aus auf den Dienst zu. Das Online-Netzwerk richtet sein Geschäft entsprechend stärker auf die mobilen Geräte aus. „Wir denken, dass es die bisher beste Version von Facebook ist“, sagte Zuckerberg. Damit zeigt sich Facebook auch überzeugt, dass es die Umsätze auf Werbung auf mobilen Geräten schnell genug steigern kann.

Zunächst war das Online-Netzwerk von dem Wechsel zu Smartphones und Tablets kalt erwischt worden: Die Werbeanzeigen waren auf PC-Nutzer ausgerichtet, auf Smartphones und Tablets gab es zunächst gar keine Werbung. Die Börsianer sahen das Facebook-Geschäftsmodell in Gefahr und prügelten die Aktie in den Keller. Inzwischen kommt bereits rund ein Viertel der Werbeerlöse aus dem mobilen Geschäft.

Im „Cover Feed“ werde es zunächst keine Werbung geben, sagte Chefentwickler Ondrejka. Das werde sich aber mit der Zeit ändern.

Mit dem Home-Angebot heizt Facebook die Rivalität mit Google an, das die treibenden Kraft hinter dem Android-Betriebssystem ist. Der Suchmaschinen-Riese hat ein eigenes Netzwerk mit dem Namen Google+ auf die Beine gestellt, das aber deutlich weniger Nutzer hat als Facebook.

Facebook gehe davon aus, dass Google zu dem Versprechen stehe, Android offen zu lassen, und das Online-Netzwerk nicht aussperren werde, sagte Zuckerberg nach der Präsentation der neuen Software dem Technologie-Blog „The Verge“ zufolge. „Wir erwarten, dass sie begeistert sein werden“, ergänzte Ondrejka. Schließlich gehörten die Facebook-Apps zu den meistgenutzten Android-Anwendungen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Brasil

04.04.2013, 21:09 Uhr

Wer braucht denn sowas? Einfach nur Degeneriert, das ganze Volk! I, git!

feinstein

04.04.2013, 21:36 Uhr

Facebook will mit 1.800 Seiten AGB'n einen echten Deal machen.
Fein.
Am Besten FB plustert das noch weiter auf 5.000 Seiten AGB auf und dann wird dieses Freudenhaus so richtig was Seriöses:
Ein Mentaloutlet für all diejenigen, die gerne die Proletten in Zuckerbergs Abort geben möchten.

ralf

05.04.2013, 01:06 Uhr

ein grund mehr, android zu meiden.

auf zu windows phone, ios oder firefox/mozilla.

facebook ist so überflüssig wie fusspilz!

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