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04.12.2012

13:28 Uhr

Keine Gegenofferte

Telekom sieht keine Gefahr für US-Billigfusion

Die Deutsche Telekom muss offenbar doch kein Wettbieten um den auserkorenen amerikanischen Fusionspartner MetroPCS fürchten. Der deutsche Telefonanbieter will mit dem US-Konkurrenten zum führenden Billiganbieter werden.

Händler auf dem New Yorker Börsenparkett vor einer Anzeige der Sprint- und MetroPCS-Aktienkurse. Reuters

Händler auf dem New Yorker Börsenparkett vor einer Anzeige der Sprint- und MetroPCS-Aktienkurse.

New YorkDie Deutsche Telekom kann bei der geplanten Fusion ihrer Tochter T-Mobile USA mit dem kleineren Mobilfunk-Anbieter MetroPCS vorerst aufatmen. Der Rivale Sprint Nextel will zunächst kein Gegenangebot für MetroPCS vorlegen, wie drei mit der Situation vertraute Personen am Montag sagten. Telekom-Aktien legten - allerdings im Trend mit dem Gesamtmarkt - leicht zu. Der Bonner Konzern erhofft sich von der Fusion Einsparungen in Milliardenhöhe. Denn die US-Tochter ist seit langem das Sorgenkind des Dax-Konzerns.

Die Insider sagten Reuters, Sprint gehe davon aus, dass eine Offerte für MetroPCS die Wettbewerbsüberprüfung des eigenen Zusammenschlusses mit dem japanischen Mobilfunkkonzern Softbank erschweren könnte. Softbank will sich für gut 20 Milliarden Dollar die Mehrheit an dem drittgrößten US-Mobilfunkbetreiber sichern. Der Deal soll bis Mitte 2013 über die Bühne gehen. Die Japaner müssen für die Finanzierung sorgen und neben kartellrechtlichen Fragen auch die Zustimmung der Aktionäre noch einholen.

Sprint spielt den Insidern zufolge bereits seit mehreren Wochen die Option durch, ein Angebot für MetroPCS vorzulegen und damit die Telekom zu überbieten. Sobald die Transaktion mit Softbank durch sei, könnte das Unternehmen doch noch aktiv werden, hieß es weiter. Die beteiligten Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

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Wegen T-Mobile USA hatte die Telekom im dritten Quartal den größten Verlust seit zehn Jahren ausgewiesen. Eine Wertberichtigung im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit MetroPCS sorgte für ein Minus von satten 6,9 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an AT&T verkauft werden. Die US-Wettbewerbsbehörden stoppten die Transaktion jedoch.

Nun soll die Telekom nach der Fusion der US-Tochter mit MetroPCS 74 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen halten. Die bisherigen MetroPCS-Aktionäre sollen 26 Prozent sowie 1,5 Milliarden Dollar in bar bekommen.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Von

rtr

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