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09.07.2015

12:24 Uhr

KEK-Chef zur möglichen Fusion

Medienwächter bleibt bei Springer und Pro Sieben gelassen

Der Springer-Verlag und Pro Sieben Sat.1 sollen über eine Fusion sprechen – wie schon vor zehn Jahren. Damals schritten die Medienwächter der KEK ein. Jetzt habe sich die Lage verändert: Gute Aussichten für grünes Licht?

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BerlinDas Umfeld für einen neuen Fusionsanlauf von Axel Springer und Pro Sieben Sat.1 ist nach Ansicht des obersten deutschen Medienwächters womöglich günstiger als vor rund zehn Jahren. „Die Ausgangslage hat sich insoweit geändert, als dass Pro Sieben Sat.1 leicht an Zuschaueranteilen verloren hat und Springer sein Portfolio verändert hat“, sagte der Chef der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), Ralf Müller-Terpitz, am Donnerstag.

Zu konkreten Aussichten für eine Prüfung durch die KEK äußerte sich der Rechts- und Medienexperte nicht. „Wenn es zu einer Fusion kommt, dann müssten wir uns das sehr genau anschauen.“

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Springer und Pro Sieben Sat.1 loten Insidern zufolge eine vertiefte Zusammenarbeit aus. Der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ wollte bereits 2005 den Fernsehsender übernehmen. Der Deal scheiterte aber am Bundeskartellamt und an der KEK. „Während das Kartellamt die Wettbewerbssituation unter die Lupe nimmt, schauen wir uns an, ob ein fusioniertes Unternehmen in der Lage ist, die Meinung der Bürger vorherrschend zu beeinflussen“, sagte Müller-Terpitz. „Wir sind ja zunächst zu gleichen Ergebnissen gekommen. Das muss aber nicht zwingend so sein“, fügte er mit Blick auf 2006 hinzu.

Damals hatten die Wettbewerbshüter die Fusion wegen drohender Marktmacht verboten. Auch die KEK hatte ihr grünes Licht verweigert und dies damit begründet, dass die Marktmacht des vereinten Konzerns zu groß gewesen wäre. Anfang 2014 kassierte das Bundesverwaltungsgericht diese Einschätzung jedoch.

Deshalb sei es sicher kein Zufall, dass die Medienhäuser nun über einen neuen Anlauf nachdächten und sich offensichtlich gute Chancen ausrechneten, sagte Müller-Terpitz. Die KEK würde dann prüfen, auf welchen Zuschaueranteil Pro Sieben Sat.1 komme. „Zudem müsste man sich alle Aktivitäten von Springer im Medienbereich ansehen - etwa bei Print, Hörfunk und Online.“

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