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21.10.2013

14:55 Uhr

Kinderbuch „Dot“

Schwester von Zuckerberg animiert zum Abschalten

VonAlexander Möthe

Randi Zuckerberg, Schwester des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg, plädiert in ihrem Buch dafür, Kinder vom Internet zu entwöhnen. Ausgerechnet jetzt, wo Facebook mehr Nutzen aus dieser Zielgruppe ziehen will.

Cover des Kinderbuchs „Dot“: Randi Zuckerberg hat eine Anleitung zum Ausstieg aus dem Online-Modus herausgebracht. Dot Complicated

Cover des Kinderbuchs „Dot“: Randi Zuckerberg hat eine Anleitung zum Ausstieg aus dem Online-Modus herausgebracht.

DüsseldorfWer den Namen Zuckerberg liest, denkt meist an Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Bis 2011 war aber auch dessen Schwester im Unternehmen: Randi Zuckerberg leitete viele Jahre das Marketing des weltgrößten Sozialen Netzwerks, war bei öffentlichen Veranstaltungen häufig das, Gesicht von Facebook. Kurz nach der Geburt ihres Sohnes zog sich die heute 31-Jährige aus dem Konzern des Bruders zurück. Nach eigenen Angaben fühlte sie sich vom zunehmend bürokratisierten Unternehmen in ihrer persönlichen Entwicklung eingeschränkt. Stattdessen startete sie eine eigene Social-Media-Firma namens „RtoZ“, startete mit „Dot Complicated“ eine Lifestyle-Seite rund um Netzthemen – und veröffentlicht nun ein „Dot“, ein Kinderbuch über das Problem der digitalen Abhängigkeit von Kindern.

Es ist vielleicht Zufall, dass das farbig illustrierte Buch mit dem Zeitpunkt zusammenfällt, an dem Facebook ankündigt, die Privatsphäreneinstellungen für Jugendliche zu lockern. Teenager zwischen 13 und 17 Jahren konnten bislang keine Inhalte öffentlich zugänglich machen, Bilder und Statusupdates blieben also im Zweifel zumindest im erweiterten Bekanntenkreis. Künftig wird die Voreinstellung beim Absetzen von Statusmeldungen „Nur Freunde“ sein, erstmals kann das Publikum per Knopfdruck auf die ganze Welt erweitert werden. Das Soziale Netzwerk selbst, so die New York Times, profitiert in diesem Fall davon, dass dessen Werbekunden ihre Anzeigen deutlich stärker auf diese attraktive Zielgruppe zuschneiden und personalisieren können.

Zwar kündigte das Unternehmen an, die Jugendlichen mit deutlichen Hinweisen auf die möglichen Gefahren öffentlicher Beiträge hinzuweisen. Randi Zuckerbergs „Dot“ jedoch legt den Finger nicht nur auf die wunde Stelle Datenschutz.

Das Buch handelt von einem kleinen Mädchen, dass auf den Vornamen „Dot“ hört, eine Anspielung auf den englischen Ausdruck für den Punkt, der bei Internetadressen zwischen Titel und Domainname steht. „Dot“, heißt es im Videotrailer zum Buch, weiß wie man tippt, wischt und teilt („tap“, „swipe“, „share“) – in den Händen hält die Kleine einen Tablet-PC. Doch, so die Stimme im Trailer, hinter dem Bildschirm wartet eine ganze Welt, die es zu entdecken gilt. Und so soll „Dot“ sich selbst Zeit zum neustarten und wiederaufladen nehmen („reboot“, „recharge“, „restart“). Am Ende lernt das Kind, dass es „tap“, „swipe“ und „share“ auch ohne Computer gibt: Als Stepptanz, Malerei oder im Teilen eines Leckerbissens.

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