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13.02.2015

01:12 Uhr

King vor Zynga

„Candy Crush“-Firma schlägt „Farmville“-Macher

Ein „One Hit Wonder“ bringt selten dauerhaften Erfolg. Dass das im Geschäft mit Online- und Smartphone-Spielen nicht anders als in der Musik-Industrie ist, zeigen die Firmen King und Zynga.

Nach dem Erfolg mit „Candy Crush“ sprudeln bei King die Einnahmen weiter. AFP

„Candy Crush“

Nach dem Erfolg mit „Candy Crush“ sprudeln bei King die Einnahmen weiter.

San Francisco/LondonLicht und Schatten in der Welt der Onlinespiele-Entwickler: Während Zynga nach dem Hit „Farmville“ kriselt, löst sich Rivale King Digital zunehmend vom Erfolgsbringer „Candy Crush“. Das schlägt sich auch deutlich in den Geschäftszahlen nieder, die beide Unternehmen am Donnerstag vorlegten.

Bei King sprudeln weiter die Einnahmen: Die Firma verdiente im vierten Quartal 141 Millionen Dollar (124 Mio Euro). Das war zwar etwas weniger als im Vorjahreszeitraum, aber erheblich mehr als Analysten angenommen hatten. Im Gesamtjahr 2014 blieben 575 Millionen Dollar in der Kasse hängen.

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Der Umsatz ging zuletzt um sieben Prozent auf 560 Millionen Dollar zurück. Doch bei Anlegern kam sehr gut an, dass ein Großteil der Einnahmen mittlerweile nicht mehr mit der „Candy Crush Saga“ gemacht wird. Durch das bekannte Smartphone-Game war das Unternehmen groß geworden, doch inzwischen nimmt die Popularität spürbar ab.

Die King-Aktie schoss nachbörslich um 18 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen gab auch bekannt, die Firma Z2Live aus Seattle zu kaufen, Entwickler der Spiele „Battle Nations“ und „MetalStorms“. Die Londoner bauen sich so ein Standbein in den USA auf. Sie zahlen dafür 45 Millionen Dollar in bar und weitere bis zu 105 Millionen Dollar je nach der künftigen Geschäftsentwicklung.

Deutlich weniger erfreulich läuft es bei Zynga. Im vierten Quartal stieg der Verlust zum Vorjahr von 25 auf 45 Millionen Dollar (39 Mio Euro). Im Gesamtjahr 2014 büßte der „Farmville“-Erfinder 226 Millionen Dollar ein. Der Umsatz legte zum Jahresende um neun Prozent auf 193 Millionen Dollar zu. Damit konnte immerhin die Talfahrt der Vorquartale gestoppt werden.

Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch verfehlt. Zudem enttäuschte auch der Geschäftsausblick. Die Aktie stürzte nachbörslich um mehr als zehn Prozent ab. Zynga ist mit Online-Spielen wie „Farmville“ oder „Cityville“ bekannt geworden, schafft es aber - anders als King Digital - nicht, an den Erfolg mit weiteren Hits anzuknüpfen.

Von

dpa

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