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23.11.2011

10:47 Uhr

Kinostart

Twilight macht Millionäre

VonIna Karabasz

Twilight - die Geschichte über eine junge Frau, die einen Vampir liebt, ist nicht nur an der Kinokasse ein Blockbuster. Handelsblatt Online erklärt das Erfolgsgeheimnis.

Kristen Stewart als Bella Swan und Robert Pattinson als Edward Cullen in einer Szene des Kinofilms «Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht» (Teil 1). dpa

Kristen Stewart als Bella Swan und Robert Pattinson als Edward Cullen in einer Szene des Kinofilms «Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht» (Teil 1).

Wenn die Geschichte so stimmt, wie Stephenie Meyer sie erzählt, bescherte eine fast religiöse nächtliche Eingabe einer großen Anzahl von Menschen einen milliardenschweren Gewinn: Alles beginnt, so steht es auf Meyers Internetseite, in der Nacht zum 2. Juni 2003. Die damals 29-Jährige hat einen Traum. Vampire kommen darin vor, es geht um Liebe, Eifersucht, Rache. Die Geschichte lässt die junge Frau nicht mehr los, sie schreibt sie auf. Stephenie Meyer hat bis zu diesem Zeitpunkt kein Buch, nicht einmal eine Kurzgeschichte geschrieben. Drei Monate später ist „Twilight“ fertig, ein Buch über die Liebe zwischen einer jungen Frau und einem Vampir. 

Weitere zwei Jahre später steht das Buch auf Platz fünf der New York Times Bestsellerliste. Der Nachfolgeteil „New Moon“ bleibt 2006 25 Wochen auf Platz eins. Heute gibt es vier „Twilight“-Bücher und drei äußerst erfolgreiche Kinofilme, der vierte kommt jetzt in die Kinos. Stephenie Meyer ist jetzt Multimillionärin. Seit 2009 taucht sie in der Liste des Forbes-Magazins der einflussreichsten Persönlichkeiten auf. In dem Jahr machte die einstige Hausfrau 50 Millionen Dollar, 2010 waren es 40 Millionen Dollar und in diesem Jahr bisher 21 Millionen Dollar. Damit ist sie laut Forbes die 73. reichste Berühmtheit, noch vor Julia Roberts und Brad Pitt. 

Kinotipp: Bis(s) zum Ende der Nacht

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Ihre Bücher machten jedoch nicht nur sie, sondern auch alle Beteiligten reich. So tauchen kurz hinter ihrem Namen auf der Liste der reichsten Berühmtheiten Robert Pattinson und Kristen Stewart auf, die Hauptdarsteller der Kinofilme. Vorher eher unbekannt, gehören die Schauspieler heute zu den Bestverdienern ihrer Branche. Sie erhielten für die ersten beiden Teile fünf Millionen Dollar Gage, plus 1,5 Millionen Dollar Bonus, und 7,5 Millionen Dollar für den dritten Teil „Eclipse“. Bei solchen Fortsetzungen ist es in Hollywood üblich, dass die Gagen so deutlich ansteigen.

Für die doppelteilige Verfilmung des letzten Bands „Breaking Dawn“ sollen Pattison, Steward und der dritte Hauptdarsteller Taylor Lautner 25 Millionen Dollar pro Person bekommen haben. Dazu kommt ein Anteil an den Verkaufserlösen, der nach Berechnungen des New York Magazins weitere 16 Millionen Dollar pro Person betragen könnte – vorausgesetzt, beide Teile sind so erfolgreich wie „New Moon“. 

Summit steigerte Umsatz um 797 Prozent

So erfolgreich wie „New Moon“ bedeutet: mindestens 710 Millionen Dollar weltweit einzuspielen. Die Voraussetzungen sehen gut aus. 1,8 Milliarden Dollar haben alle drei Filme bisher weltweit in die Kinokassen gespült. Kosten für die Produktion: 155 Millionen Dollar. Für alle drei. Zwar hat das produzierende Studio Summit Entertainment mit steigendem Erfolg mehr investiert, der erste Teil kostete 37 Millionen Dollar, der Dritte 68 Millionen Dollar.

Weltpremiere des vierten Twighlight-Teils

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Dafür stiegen jedoch auch die Einnahmen von rund 400 Millionen Dollar auf knapp 700 Millionen Dollar pro Film. In die Verfilmung des letzten Buchs „Breaking Dawn“ hat Summit 263 Millionen Dollar gesteckt, wie die amerikanische Branchenplattform "The Wrap" erfahren haben will. Basierend auf dem Erfolg der letzten Filme sollen sie mit einem Einnahmen von 1,2 Milliarden Dollar aus den beiden Teilen rechnen.  

Summit Entertainment hat dank des Erfolgs der Vampir-Saga deutlich an Bedeutung und Wirtschaftskraft gewonnen. Einst von dem deutschen Produzenten Bernd Eichinger mitgegründet, konnte das Studio seinen Umsatz innerhalb von zwei Jahren um 797 Prozent steigern. 2008 erreichten die Kalifornier, laut dem Branchendienst Box Office Mojo, mit vier Filmen einen Bruttogewinn von 55,2 Millionen Dollar. 2010 waren es mit zehn Produktionen 495 Millionen Dollar. Ein Erfolg, der ohne Anschubsfinanzierung durch „Twilight“ nur schwer möglich gewesen wäre. 

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