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08.12.2014

13:54 Uhr

Kleinanzeigen im Internet

Springer baut Digitalsparte aus

Der Axel-Springer-Verlag will die komplette Kontrolle über sein rentables Rubrikengeschäft erlangen und kauft deshalb Beteiligungen des Partnerunternehmens General Atlantic. Der soll dafür Springer-Aktien bekommen.

Das Logo von Axel Springer an einem Verlagsgebäude: Der Konzern will sein Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet wieder kontrollieren. Reuters

Das Logo von Axel Springer an einem Verlagsgebäude: Der Konzern will sein Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet wieder kontrollieren.

BerlinDer Medienkonzern Axel Springer will sein hochprofitables Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet wieder stärker an sich binden. Die Berliner stocken deshalb ihren Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Digital Classifieds auf 85 Prozent von 70 Prozent auf und zahlen dafür 446 Millionen Euro in bar an den Partner General Atlantic, wie Axel Springer am Montag mitteilte. Zudem hat sich Springer das Recht gesichert, die restlichen 15 Prozent von dem US-Finanzinvestor zu erwerben.

Dafür will der Konzern in Aktien zahlen. „Ich freue mich sehr, dass General Atlantic uns als Investor von Axel Springer eng verbunden bleiben will und zugleich das erfolgreiche Online-Rubrikengeschäft künftig wieder vollständig zu Axel Springer gehören wird“, sagte Konzern-Chef Mathias Döpfner.

Das sogenannte Rubrikengeschäft, zu dem etwa Immobilien-, Job- und Autoportale im Internet gehören, ist derzeit Springers größter Wachstumstreiber. Die Sparte steuerte in den ersten neun Monaten zwar nur rund 16 Prozent zum Konzernumsatz bei, kam aber für etwa 44 Prozent des Gewinns (Ebitda) auf. Analysten bezeichneten den Deal daher als verständlich und sinnvoll. „Das ist ein gutes wachsendes und rentables Geschäft“, sagte Stefan Borscheid von der LBBW. „Die komplette Kontrolle bei so einem wichtigen Asset bekommen, ist wichtig.“

Für die verbleibenden 15 Prozent soll General Atlantic Springer-Aktien erhalten und dürfte dann einen Anteil von rund 8,6 Prozent an dem Berliner Konzern halten. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen, die die nächste Hauptversammlung absegnen soll. Sollten die Aktionäre dazu ihre Zustimmung verweigern, könne Springer den restlichen Anteil gegen weitere 446 Millionen Euro in bar zuzüglich Zinsen kaufen. Übe Springer die Option nicht aus, habe General Atlantic das Recht, seinen verbleibenden Anteil ab dem 1. Januar 2018 zu veräußern oder ab dem 1. Januar 2020 einen Börsengang der Axel Springer Digital Classifieds GmbH zu verlangen. Der Finanzinvestor hatte vor etwa zwei Jahren 237 Millionen Euro für den 30-Prozent-Anteil gezahlt.

Vorstand und Aufsichtsrat haben zudem beschlossen, eine Umwandlung der Axel Springer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vorzubereiten. Damit soll es Axel Springer ermöglicht werden, zukünftiges Wachstum flexibler zu finanzieren, begründete der Konzern das Vorhaben. Zudem schaffe die neue Rechtsform die Voraussetzungen, um den unternehmerischen Einfluss der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, die von Großaktionärin Friede Springer kontrolliert wird, auch bei Kapitalerhöhungen zu erhalten.

Von

rtr

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