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04.01.2007

13:24 Uhr

Kleiner Hoffnungsschimmer

Mister X will BenQ Mobile kaufen

Für die Beschäftigten des insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile gibt es einen leichten Hoffnungsschimmer. Eine Investorengruppe teilte über einen Anwalt mit, dass sie ein Kaufangebot vorgelegt habe. Über die Identität der Investoren macht der Mittelsmann nur sehr vage Andeutungen.

Eine amerikanische anonyme Investorengruppe hat nach eigenen Angaben Interesse an den Resten von BenQ Mobile angemeldet. Foto: dpa dpa

Eine amerikanische anonyme Investorengruppe hat nach eigenen Angaben Interesse an den Resten von BenQ Mobile angemeldet. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Eine Investorengruppe will nach eigenen Angaben den gesamten Betrieb übernehmen und mit zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys in Deutschland entwickeln und herstellen. Dem Insolvenzverwalter Martin Prager liege ein entsprechendes Kaufangebot mit konkreten Preisvorstellungen vor, teilte der Münchener Anwalt Andreas Kloyer am Donnerstag im Namen der Investorengruppe mit. Allerdings ist die Offerte an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Daher wurde in Branchenkreisen vor allzu großen Hoffnungen gewarnt.

Als Vertreter einer strategischen, deutsch-amerikanischen Investorengruppe schreibt Kloyer: „Das Angebot beinhaltet konkrete Kaufpreisvorstellungen und detaillierte Angaben zu den Punkten, die aus Sicht des Investorenkonsortiums innerhalb kürzester Zeit noch zu klären sind, um eine gesicherte Übernahme im Rahmen eines in dem Angebot dargelegten Unternehmenskonzepts zu gewährleisten.“ Nach der Übernahme sollten zunächst rund 800 vormalige BenQ-Mitarbeiter wieder Beschäftigung finden.

Eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager äußerte sich zurückhaltend. „Es liegt uns eine Interessenbekundung vor, aber kein Angebot“, sagte sie. „Das kann die Basis der Verhandlungen sein, ist aber nicht das Ergebnis von Verhandlungen."

Bei den Interessenten handelt es sich laut Mitteilung um Investoren mit „persönlichem Hintergrund in den Chef-Etagen der US-amerikanischen wie auch der deutschen Telekommunikations- und IT-Industrie“. Geplant sei im Falle einer Übernahme auf Grund der guten Kontakte unter anderem eine starke Ausweitung des US-Vertriebs. Allerdings müssten für eine Umsetzung des Konzepts „wirtschaftliche Eckpunkte“ unter anderem mit den Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen geklärt werden. In Branchenkreisen war von „unerfüllbaren Bedingungen“ die Rede.

Die Investorengruppe kritisierte Insolvenzverwalter Prager, weil dieser am Vortag erklärt hatte, bei ihm seien keine offiziellen Kaufangebote eingegangen. Diese Verweigerungshaltung erhöhe „mit jedem ungenutzten Tag das Risiko für eine erfolgreiche Fortführung aus der Insolvenz“.

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