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05.11.2014

18:11 Uhr

Kobalt

Spotify für Verlag lukrativer als iTunes

Streaming-Dienste waren lange Zeit ein Nischengeschäft. Zuletzt wuchsen sie aber immer schneller. Nun hat ein Musikverlag in Europa erstmals mehr Geld von Spotify als von Apples Download-Plattform iTunes kassiert.

Verschiedene Musik-Apps sind auf einem iPad zu sehen: Streaming-Dienste wie Spotify befinden sich auf dem Vormarsch. dpa

Verschiedene Musik-Apps sind auf einem iPad zu sehen: Streaming-Dienste wie Spotify befinden sich auf dem Vormarsch.

BerlinEs ist ein weiteres Zeichen für den Wandel des Musikgeschäfts: Der unabhängige Musikverlag Kobalt kassiert für seine Songschreiber in Europa inzwischen mehr Erlöse vom Streaming-Dienst Spotify als von Apples Download-Plattform iTunes. Der Umschwung habe Ende vergangenen Jahres eingesetzt, eklärte Kobalt in einem Blogeintrag am Mittwoch.

So habe iTunes noch im dritten Quartal 2013 knapp ein Drittel mehr Einnahmen für die Kobalt-Künstler geliefert als Spotify. Im Schlussquartal sei die Differenz auf acht Prozent geschrumpft und im ersten Vierteljahr dieses Jahres sei Spotify um 13 Prozent vorn gewesen. Es sind die aktuellsten Zahlen, die Kobalt nennt. Auch Angaben zu konkreten Beträgen gab es nicht.

Kobalt vertritt nach eigenen Angaben über 6000 Künstler und aktuell die Autoren hinter der Hälfte der Top-10-Charts in den USA. Im Musikverlags-Geschäft tritt die Independent-Firma gegen Branchen-Schwergewichte wie Sony/ATV oder Universal Music Publishing an.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Streaming-Dienste, bei denen die Musik direkt aus dem Internet abgespielt wird, waren lange ein Nischengeschäft. Zuletzt wuchsen sie aber immer schneller. Nach Zahlen des Branchenverbandes IFPI erlösten die Abo-Angebote wie Spotify, Deezer oder Napster im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Dollar bei insgesamt 28 Millionen Nutzern. Es war ein Umsatzsprung von 51 Prozent. Apple, die Nummer eins beim Verkauf von Musik dank der iTunes-Plattform, legte sich in diesem Jahr für drei Milliarden Dollar den Kopfhörer-Hersteller Beats zu, zu dem auch ein Streaming-Dienst gehört.

Von

dpa

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