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16.05.2012

16:31 Uhr

Kodak

Waffenfähiges Uran 30 Jahre im Geheimlabor

Kodak lagerte in einem Geheimlabor waffenfähiges Uran - und das über 30 Jahre lang. Das gefährliche Material wurde nicht bewacht. Kaum auszudenken, wäre der radioaktive Stoff Terroristen in die Hände gefallen.

In einem Kodak-Geheimlabor lagerte über 30 Jahre lang waffenfähiges Uran. dapd

In einem Kodak-Geheimlabor lagerte über 30 Jahre lang waffenfähiges Uran.

New YorkAmerikanische Medien haben ein geheimes Labor mit waffenfähigem Uran gefunden - nur nicht unbedingt da, wo man es vermutet. Statt im Nahen Osten soll die Anlage 30 Jahren unerkannt an der Ostküste der USA gestanden haben. Der Sender CNN berichtete am Mittwoch, dass beim Kamerahersteller Kodak in Rochester im Staat New York von 1974 bis 2006 ein geheimes Labor für Forschungszwecke betrieben wurde.

In der Anlage, unweit der bei Touristen beliebten Niagarafälle, waren etwa 1,5 Kilogramm waffenfähiges Uran. Für eine Atombombe wären aber zehnmal so viel nötig, zitiert der Sender Experten. Das Material würde nach Angaben von Kodak nicht ausreichen, um eine nukleare Kettenreaktion in Gang zu setzen.

Kritiker fürchten allerdings, dass sich Terroristen aus solchen Labors ihre Atombombe stückweise zusammenstehlen könnten. „Heutzutage sollte es niemandem erlaubt sein, atomwaffenfähiges Material ohne entsprechende Sicherung zu besitzen“, zitiert CNN Edwin Lyman von der „Union besorgter Wissenschaftler“. „Es darf nicht länger erlaubt sein, dass private Unternehmen waffenfähiges Uran verwenden.“

Ein tatsächlicher Reaktor soll die Anlage nicht gewesen sein. Die kühlschrankgroße Apparatur sei zum Test neuer Produkte des Filmherstellers verwendet worden.

Laut CNN war das Uran angereichert bis zu 93,4 Prozent. Das iranische Uran, das zu Sanktionen gegen das Land führte, ist nach Angaben aus Teheran zu etwa 20 Prozent angereichert. Zwar sind auch damit schon atomare Sprengungen möglich, als waffenfähig gilt Uran aber erst von einer Anreicherung von 85 Prozent an.

Die im Januar in Insolvenz gegangene Eastman Kodak Company hatte das atomare Material den Behörden 2007 ausgehändigt. Bis dahin sei es nicht bewacht worden. Allerdings wäre der Ausbau der strahlenden Stoffe sehr kompliziert gewesen und hätte mindestens einen Tag gedauert, verteidigte sich das Unternehmen. In den USA gibt es nach Medienangaben 31 Test- und Forschungsreaktoren, vor allem an Universitäten. Fast alle verwenden aber nur schwach angereichertes Uran, das für Bomben untauglich ist.

Von

dpa

Kommentare (2)

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vandale

16.05.2012, 21:09 Uhr

Der Artikel hat einen recht grossen Phantasieanteil.

Die kritische Masse von mtallischem 93% U235 mit 10cm Natururanreflektor beträgt 15,7Kg. Mit einer hochentwickelten Sprengtechnik lässt sich diese Masse noch etwas reduzieren.

Allerdings vermute ich dass man für den Minireaktor UO2 genutzt hat. Die kritische Masse beträgt für UO2 93% ca. 100Kg. Eine Konversion in metallisches Uran, kalzinieren dürfte eine Terroristengruppe technisch sehr herausfordern.

Insgesamt nehme ich an, dass dürfte die Technologie eine Terroristengruppe heillos überfordert. In Südafrika benötigten Physiker/Chemiker/Ingenieure.

Man bedenke, dass solche Gruppen selten aus Tchnikern, sondern aus Ideologen bestehen.

Vandale

vandale

16.05.2012, 21:28 Uhr

Ich bitte die Rechtschreibung zu entschuldigen...Bitte finden Sie hier eine etwas ordentlichere Version...

Die kritische Masse von metallischem Uran mit 93% U235 Anteil mit einem Natururanreflektor von 10cm Dicke 15,7Kg. Mit einer hochentwickelten Sprengtechnik lässt sich eine hohe Verdichtung des Metalls erreichen und diese Masse noch etwas reduzieren.

Allerdings vermute ich dass man für den Minireaktor Uranoxid UO2 genutzt hat. Die kritische Masse beträgt für UO2 93% ca. 100Kg. Diese Masse lässt sich nur schwer mit einem erträglichem Gsamtgwicht des Kernsprengkörpers mit hoher Geschwindigkeit verdichten. Eine Konversion in metallisches Uran, kalzinieren genannt, dürfte eine Terroristengruppe technisch sehr herausfordern.

Insgesamt nehme ich an, dass diese Technologie eine Terroristengruppe heillos überfordern dürfte. In Südafrika benötigten Physiker/Chemiker/Ingenieure Jahre um eine einfache Bombe zu entwickeln.

Man bedenke, dass solche Gruppen selten aus Tchnikern, sondern aus Ideologen bestehen.

Vandale



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