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21.02.2014

10:36 Uhr

Kölner Verlag

DuMont will über Zukäufe wachsen

Die Pleite der „Frankfurter Rundschau“ sorgte beim Verlag DuMont für einen Verlust von 112 Millionen Euro bei. Den Verlust hat das Medienhaus mittlerweile verdaut. Jetzt wird an die Zukunft gedacht – und an neue Zukäufe.

Für den Printjournalismus war 2012 ein unruhiges Jahr: Die „Frankfurter Rundschau“ meldete Insolvenz an und die „FTD“ verschwand. dpa

Für den Printjournalismus war 2012 ein unruhiges Jahr: Die „Frankfurter Rundschau“ meldete Insolvenz an und die „FTD“ verschwand.

DüsseldorfDer Kölner Verlag M. DuMont Schauberg denkt trotz der schlechten Erfahrungen mit seinem Einstieg bei der „Frankfurter Rundschau“ (FR) über weitere Zukäufe nach. In einem sich so stark verändernden Markt gebe es nur zwei Möglichkeiten, entweder aussteigen oder „gegebenenfalls über Innovationen und Akquisitionen wachsen“, sagte der neue Verlagschef Christoph Bauer in einem am Freitag veröffentlichten Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“. „Wenn es sinnvolle Akquisitionsmöglichkeiten gibt, werden wir diese mit Augenmaß prüfen.“ Die Rundschau musste nach jahrelangen Verlusten Ende 2012 in die Insolvenz. Mittlerweile gehört sie zur „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „In einer über 200 Jahre währenden Unternehmensgeschichte passieren viele Dinge, die gehen mal gut und manchmal eben auch nicht“, sagte Bauer.

Die Insolvenz der FR hat das Medienhaus, das unter anderem den „Kölner Stadt-Anzeiger“, das Boulevardblatt „Express“, die „Berliner Zeitung“, die „Mitteldeutsche Zeitung“ und die „Hamburger Morgenpost“ herausbringt, mittlerweile einigermaßen verdaut. Nach einem Verlust von 112 Millionen Euro im Jahr 2012 erwartet Bauer für 2013 „wieder ein ausgeglichenes Ergebnis und für die nächsten Jahre eine Steigerung der operativen Ergebnisse in einem verhaltenen Ausmaß“. „Die Probleme, die uns hart getroffen haben, sind jedenfalls gelöst“, sagte Bauer. Sorgenkind des Verlags war lange auch die „Berliner Zeitung“. „Wir haben in Berlin unsere Hausaufgaben gemacht und überlegen jetzt, wie wir unsere Aktivitäten in der Hauptstadt weiterentwickeln können.“ Angedacht seien zusätzliche Inhalte, etwa um junge Menschen besser zu erreichen.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Bauer räumte ein, dass das Geschäft mit Tageszeitungen weiter schwierig sei. Die Auflagen stünden unter Druck, bei den Anzeigen gebe es spürbare Rückgänge. Auch DuMont habe darauf wie die Konkurrenz mit starken Kosteneinsparungen reagiert. Neue Maßnahmen seien nicht geplant, „aber ich kann heute auch nichts ausschließen“. „Generell prüfen wir in allen Bereichen der Mediengruppe, wie wir die Zusammenarbeit noch verbessern können“, sagte Bauer. Die einzelnen Titel der Gruppe sollten aber ihre Unabhängigkeit bewahren, einen Zusammenlegung von Redaktionen wie bei Axel Springer („Welt“, „Bild“) oder der Funke-Gruppe („WAZ“) sei nicht geplant. Nur mit Sparen werde der Verlag nicht in die Zukunft gehen können. Es gehe um eine Strategie, um die Titelvielfalt erhalten zu können.

Von

rtr

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