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21.09.2011

22:00 Uhr

Kommentar

Hewlett-Packards strategische Bankrotterklärung

VonAxel Postinett

Weniger als elf Monate nach seinem Amtsantritt verdichten sich Hinweise auf ein schnelles Aus für HP-Chef Leó Apotheker. Die Börsianer jubeln, HPs Strategie ist gescheitert. Nun könnte ein anderer Konzern profitieren.

Nach weniger als einem Jahr erwägt der US-Computerriese Hewlett-Packard (HP) Insidern zufolge bereits die Trennung von Konzernchef  Leó Apotheker. Reuters

Nach weniger als einem Jahr erwägt der US-Computerriese Hewlett-Packard (HP) Insidern zufolge bereits die Trennung von Konzernchef Leó Apotheker.

San FranciscoMan mag das undiplomatisch polternde Raubein Leó Apotheker mögen oder nicht. Aber warum die HP-Aktie alleine auf eine Meldung über einen möglichen Rauswurf des ungeliebten CEO Freudentänze vollführt und bis zu zehn Prozent gewonnen hat, hat nur einen Grund, und der ist nicht schön: wird der CEO nach weniger als elf Monaten gefeuert, ist das faktisch die strategische Bankrotterklärung des größten IT-Konzerns der Welt. Hewlett Packard, in unverkennbaren Schwierigkeiten, wird offiziell zum Übernahmekandidaten erklärt.

Denn mit dem Rauswurf wäre nicht eines der Probleme gelöst und erst mal nur ein neues geschaffen: Wer wird HP leiten? Meg Whitman ist im Gespräch, ehemalige Ebay-Chefin und glücklose Kandidatin für den kalifornischen Gouverneursposten. Aber sie hat genau so wenig Ahnung vom Hardwaregeschäft wie Apotheker und zuletzt bei Ebay auch keine makellose Figur abgegeben. Der überteuerte und sinnfreie Einkauf von Skype hängt ihr noch heute nach. Aber vielleicht muss sie ja nur wenige Monate überbrücken.

Der Weltmarktführer im PC-Geschäft ist mit rund 48 Milliarden Dollar Börsenwert bei 126 Milliarden Dollar Umsatz vergleichsweise preiswert. Das hat Gründe. Das PC-Geschäft ist margenschwach, das aufkeimende Geschäft mit webOS-Tablets und Smartphones hat Apotheker grandios in den Sand gesetzt. Im Cloud-Computing und im Servergeschäft hat nicht zuletzt Microsoft in den letzten Monaten gezeigt, wie man strategisch einen Markt besetzt. HP dagegen steckt mit seinen Business-Servern mit Itanium-Prozessoren in einer Sackgasse, seit Oracle die Unterstützung für diesen Rechnertyp aufgekündigt hat. Das Cloud-Geschäft ist noch im Aufbau begriffen.

Kommentare (1)

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22.09.2011, 10:22 Uhr

"undiplomatisch polternde Raubein Leó Apotheker"? Warum wird Inkompetenz eigentlich immer so diplomatisch umschrieben? Herr Apotheker hat bei SAP schon gezeigt was er kann und das wird bei HP nochmal bestätigt.

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